Urkundliche Erwähnung
Die erste urkundliche Ersterwähnung von Polle geht auf eine Urkunde Ottos aus dem Jahre 1285 zurück. Dort wird Polle deutlich lesbar aufgeführt …in Castro nostro Polle… In dieser Urkunde vermacht er dem Kloster Loccum Ländereien bei Gestorf zu Seiner und seiner Familie Seelenheil. Die Urkunde ist in mehrere Rechtsakte aufgeteilt.
Otto von Everstein macht Karriere
Otto von Everstein wird 1290 durch den Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg, als sein Marschall von Westfalen ernannt. Eine hohe Position eines Adeligen aus dem Weserbergland. Er ist somit Stellvertreter des Erzbischofs und gleichzeitigen Herzogs von Westfalen und für weltliche Belange sowie für den Landfrieden von ganz Westfalen zuständig. Ihm stehen alle Städte und Burgen in Westfalen offen. Im Bedarfsfall stellt er für den Erzbischof und Herzog Truppen auf oder schlichtet Streitigkeiten. Gehandelt wird nach dem Rechtsbuch des Mittelalters, dem Sachsenspiegel in dem vom bürgerlichen Recht, dem Lehensrecht und bis zum Erb- und Strafrecht der damaligen Zeit alles geregelt ist. Mit dem Tod des Königs Rudolph I von Habsburg steht 1292 die Wahl eines neuen Königs an. Da der Erzbischof von Köln dem Wahlgremium angehört und er die Schlacht bei Worringen verloren hat, bekommt Otto von Everstein in seiner Position eine besondere Aufgabe zugewiesen:
….Er möge mit dem Markgrafen von Brandenburg „Otto mit dem Pfeile“, auch Mitglied des Wahlgremiums, Verbindung aufnehmen um alte Streitigkeiten beizulegen und damit die Wahl des neuen Kandidaten Adolf von Nassau zu fördern.
Adolf von Nassau bestätigt nämlich dem Erzbischof bei seiner Wahl wichtige Reichsstädte und Reichsburgen zurück zu bekommen, welche er in der Schlacht bei Worringen verloren hat. Das muss auch gelungen sein, denn Adolf von Nassau wird Römisch Deutscher König.
Die geschichtlich gekürzten Angaben sind in entsprechenden Quellen verankert. Andreas Busche
Info:
Die Ruine der Burg Polle auf einer etwa 25 m hohen Bergkuppe oberhalb der Gemeinde Polle ist eine markante Burgruine im Wesertal. Sie liegt direkt östlich sowie unterhalb der Burg angrenzenden Weserschleife. (Koordinaten: 51° 53′ 53,5″ N, 9° 24′ 25,6″ O) Die Anlage wurde erstmals im Jahr 1285 urkundlich als „Eversteiner Burg“ erwähnt und gilt als eine der Stammburgen der Eversteiner Grafen.