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Paragraph 11

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Güter in Aerzen und dem Amtsbezirke.

 

Wir wenden uns jetzt zu dem benachbarten Aerzen, auch Artelsen, Ertelsen und Arcesloin genannt, einem Eversteinschen Schloße zwischen Hameln und Pyrmont. Dieses soll einer, davon benannten Dynastenfamilie gehöret haben und durch Heirath an die gräflich Eversteinsche Familie gekommen sein. Diese Nachricht erscheint jedoch völlig inbegründet. s. § 30. Es ist zwar möglich, daß durch eine Heirath Aerzen erworben ist, indeßen fehlt eine jede gehörige Nachweisung.

 

Ueber Aerzen als Eversteinsche Besizung gibt uns zuerst eine Urkunde vom 29. März 1283 CCIII (s. S. 68) Nachricht a).

 

Der Graf Conrad VI. welcher auch Osen besaß, übertrug damals das Eigenthum von Aerzen (des oppidi Artheslein Arcesloin) nebst dem Gerichte und die Rechte innerhalb des Grabens b) dem Erzbischofe Siegfried v. Cöln und empfing die eine Hälfte von ihm wieder zu Lehn, dagegen die andere dem Erzbischofe bleiben sollte. Das Ganze war also in dieser Art unter ihnen verteheilt. Weitere Nachrihten über die Cölnische Verhältniße und wie diese sich beendigt haben, wenn sie überhaupt in Wirklichkeit getreten sind, fehlen.

 

Aerzen oder Artelsen, wie es in älterer Zeit genannt wird, war bis 1408 ein Eversteinsches Schloß. Wahrscheinlich ist dieses da zu suchen, wo die Domaine angebauet ist, obgleich etwa

 

a) Gelenius in libr. I. de magnit. Cola. Synt. 7. p. 75 erwähnt auch dieser Urkunde.

 

b) Von einem solchen Graben findet sich außer dem, welcher beim Amthause ist, keine Spur.

 

¼ Stunde vom Orte, nördlich von der nach Hameln führenden Heerstraße ein 7 bis 8 Morgen großer, dem Vollmeyer Mügge in Selxen gehöriger Plaz, die alte Burh genannt zu finden ist a). Der Ausdruck oppidum mit welchem die Urkunde den Ort bezeichnet, kann nur auf einen befestigten Ort bezogen werden b). Aerzen gehöret zu den Flecken, ist aber nie eine Stadt gewesen. Uebrigens wird in der Urkunde von 1399 CCCCXXIX der Burg und Stadt Artelsen erwähnt.

 

a) Am Fuße dieser alten Burg ist eine Quelle, in welcher Movs, Holz inerustirt wird.

 

b) Die Rathleute in Geismar (Hofgeismar) nennen in einer Urkunde von 1279 s. de Gutlenus Cod. dipl. I. 776 den Ort Gieselwerder oppidum und unterscheiden ihn von dem Schloße, oder wörtlich von zwei Schlößern.

 

In den mehr angeführten Eversteinschen Erbverträgen mit Paderborn vom 7. Jan. 1399, mit Lippe vom 6. Juni 1403 und mit Braunschweig vom 5. Apr. 1408 wird Ertelsen als ein Eversteinsches Schloß bemerkt. Nach dem Vertrage mit Lippe sollte es der Gräfin Ermgard v. Everstein zur Leibzucht dienen, wie es ihrer Tochter Elisabeth, des Herzogs v. Braunschweig Frau auch eingeräumt wurde. s. Urk. von 1468 nr. CCCCLXXXIX.

 

Der größte Theil des ehemaligen Amtes Aerzen wird wol der zum Schloße gehörigen Gerichtsbarkeit unterworfen gewesen sein. Von dem Gerichte besizen wir keine weitere Nachrichten, wie die von 1283.

 

In dem Amtsbezirke waren noch mehrere Eversteinsche Güter: in Selxen, Amelgatzen, Welsede, Deidleveßen, Stöckem an der Emmer; (s. S. 43. und Urk. vom 15. März 1821, vom 24. Aug. 1377 CCCCI und 18. April1 395  CCCCXXIII) in Grupenhagen, Schwöbber? (Swicbere) und in Berkel s. Urk. von 1282 CXCV. CXCVI. CXCIX. In dieser Gegend ist wahrscheinlich auch das Vulideginvelde zu suchen, wo die Grafen begütert waren. S. Urk. v. 8. April 1282. CXCVI.

 
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