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Paragraph 10

§ 10

 

Grohnde. Emmern. Ohr. Hastenbeck. Snesle.

 

In dem an Ottenstein anstoßenden Hannoverschen Amte Grohnde waren die Grafen v. Everstein Herren des Dorfes Grone, wenn nicht in der Urkunde vom 18. Nov. 1305 CCLXXXIV statt Grone Grove (vielleicht Grave) zu lesen ist. Der Auszug einer Urkunde vom 22. Dec. 1309  CCXCVIII a. ist zu unbestimmt, um aus diesem mit Sicherheit auf Besizungen in Grohnde schließen zu laßen, da auch hier es Grove heißen kann. Nach jener Urkunde vom 18. Nov. 1305 war bei dem Dorfe in der Weser eine Insel, Stembull genannt. Alte Nachrichten versichern, daß bei Grohnde eine Insel gewesen, auf welcher das Schloß gestanden. Jene soll durch den Hauptstrom und einen Arm deßelben, welcher durch eine Straße, jetzt Ort genannt, gefloßen, und der sichunterhalb der Marsch mit jenem vereinigt, gebildet sein. Im vorigen Jahrhundert will man noch Spuren einer über diesen Arm gelegt gewesenen Brücke wahrgenommen und von einem, in der Nachbarschaft des, dem Herzoge Albert von Sachsen, Domherrn in Hildesheim († 1421) gesetzten Denkmales a) befindlich gewesenen Thore, in der Benennung eines dort wohnenden Köthners Brackmann „Brackmann unter dem Thore“ ein Andenken finden. Uebrigens ist es nicht unwahrscheinlich, daß die Grafen auch an diesen Orte, welcher mitten zwischen andern Eversteinschen Gütern lag, Besizungen hatten.

 

Grohnde scheint kein alter Ort zu sein. Eine Kirche war hier nicht; erst 1556 stiftete der Drost Jürgen v. Holle hier eine Kapelle; bis dahin wird es wahrscheinlich zu Pfarrei Osen gehört haben. Eines Schloßes in Grohnde gedenkt keiner derer Verträge, in welchen Graf Hermann v.Everstein, der letzte in dieser Gegend, seine Güter aufzählt, nämlich die mehrbemerkten Erb-Verträge vom 7. Januar 1399 und 5. Apr. 1408.

 

a) Das Denkmal ist von Sandstein. Man sieht den Herzog vor einem Crucifix knieen und liest die Umschrift: ano dni (+) M.CCCC. X obiit Albertus Dux Saxoniae in die erne. C. aia. Rqcscat in pace. Die mit gesperrten Buchstaben abgedruckten Worte sind nicht mehr deutlich. Nach Botho in Chr. Piet. Bei Leibnitz in S. R. U. III. 399 soll das Treffen zwischen dem Herzog Wilhelm v. Braunschweig und dem Bischofe Johann v. Hildesheim auch dem Grafen von Spiegelberg wegen der Hallermundischen Erbschaft, in welchen der Herzog Albert blieb, 1422 geliefert sein, welchem dieses Denkmal hinsichtlich des Jahres widerspricht.

 

Wie die Herzöge Bernhard und Wilhelm v. Braunschweig 1428 nach dem Ausspruche des Landgrafen Ludwig von Heßen theilten, wurde des Schloßes zu Grohnde gedacht, welches dem Herzoge Bernd zufiel a). Nach einem alten Corveyischen Lehn-Register CCCCXCIV hatte der Herzog Bernd und sein Sohn Otto dieses Schloß von Corvey zu Lehn empfangen.

 

Grohnde scheint mit Osen an Heinrich v. Homborg verpfändet gewesen zu sein. s. Urk. v. 1409 CCCCLXXII. Wahrscheinlich war es nebst Osen früher in den Händen der Homburgischen Familie. Wie Sifried uns seine Söhne Rolf und Heinrich v. Homburg am 10. Nov. 1358 (ungedr. Urk.) an Dietrich Hacke die Güter in Nord-Osen, welche er von den Böcken in Nordholz eingelöset, verpfändeten, war bestimmt, daß sie nicht zu dem Hause Grohnde. Damals also vermuthlich in Pfandschaft bei den Hacken, grhören sollten. Von anderen Besizungen in dem kleinen Amte Grohnde ist nichts bekannt, es möchte denn das Ilsa, wo Graf Hermann am 22. Febr. 1317 CCCXIX den Corveyischen Probst in Rodde

 

a) s. Erath v. Erbtheilungen S. 47 u. f.  

 

Friedrich, Güter überließ, sich da befunden haben, wo, bei Börrie, am rechten Weser-Ufer die Ilse fließt und die Ilse-Mühle ist. Bei Ohr am rechten Weser-Ufer soll auch ein Ort dieses Namens gelegen haben a)

 

Grohnde wird, da das nahe liegende Snesle in der Parochie Osen und deßen Gericht war, wol früher an das Schloß und Gericht Osen gehört haben, welche wir als eine Eversteinsche Besizung kennen. In dem Amte Grohnde sind zwei Pläze, welche vielleicht alteGerichtsstätten waren. Der eine ist bei Frenke, der Dageort, in deßen Nähe, zwischen Frenke und Daspe auch eine heilige Eiche stand. Der andere liegt zwischen Brockensen und dem Eichberge bei Frenke und heißt: in den Richtebänken, bei welchem ein Feld das Ruhestück genannt, zu finden ist. Es fehlt bis jetzt an hinreichenden Gründen, diese Pläze, wenn sie auch Gerichtsstellen waren, mit Eversteinschen Gerichten in Osen und Grohnde in Verbindung zu bringen. Frenke b), welches früher zum Braunschweigischen Amte Wickensen und daher wahrscheinlich zu der Herrschaft Homburg gehörte, wurde erst 1591 von dem Herzoge Heinrich Lulius an das Amt Grohnde gelegt, welchem es allein in Hoheitssachen, sonst dem Gräflich Schulenburgschen Gerichte folgte.

 

a) s. Falcke p. 244.

 

b) Die v. Frenkesche Familie erscheint früh schon in urkunden.Mit Harborth ist sie 1558 erloschenn und sehr zu bedauern, daß deren nach Braunschweig gebrachtes Archiv, bei den nächstdem in dieser Stadt ausgebrochenen Unruhen, in das Brandenburgische zerstreut ist. s. Braunschw. Anz. V. 1746 St. 65 v. 1749 St. 74.

 

Osen, ehemals der sitz eines Mindenschen Archidiacons, zwischen Grohnde und Hameln, wird in den Corveyischen und Fuldaischen Schenkungs-Registern nicht genannt. Wahrscheinlich ist aber die villa Osen, wo K. Heinrich am 19. Juli 1104 für das benachbarte Kloster Fischbeck eine Schuz-Urkunde ausfertigete a), dieses Osen. Eversteinscher Güter in Nord-Osen gedenkt die Urkunde vom 4. Apr. 1197, von einemEversteinschen Schloße Osen erhalten wir die erste Nachricht durch die Urkunde vom 24. Nov. 1259 CXVIII. Eine angeblich vom Grafen Albert 1212 geschehen sein sollende Verpfändung von Osen an einen Friedrich Grafen von Spiegelberg b) ist nicht bewiesen. Nach der Urkunde von 1259 trat der Graf Conrad VI. mit Einwilligung seiner jungen Frau Irmengard und seiner Tochter Luehard die Hälfte des Schloßes, welches er nach seiner Versicherung bisher von der Cölnischen Kirche zu Lehn getragen, dem Erzbischofe Conrad v. Cöln eigenthümlich ab.

 

 a) s. Mader in antiq. Bruns. p. 209. Einer Sage nach soll der Thurm, welcher die beiden Abtheilungen des Amthauses, jezt der Pächterwohnung verbindet, der Aufenrhalt Wittekind’s gewesen sein.  

 

c) s. Bünting in d. Br. Lün. Chronik S. 525. Leyser p. 28

 

Er überließ ihm zugleich die Hälfte der Einkünfte von dem Geleits-Rechte auf der Weser und auf dem Lande und bekannte wegen der anderen Hälfte des Schloßes ein Cölnischer Lehnsmann zu sein. Zugleich war verabredet, daß eine vor dem Burgthore in gemeinschschaftlichem Einverständniße anzulegende Befestigung des Orts, gemeinschaftlich sein solle, in der Burg auch ein Jeder, beiden verpflichtete Burgmänner ansezen könne a). Drei und zwanzig Jahre später, am 29. März (nicht 23. März, wie unrichtig abgedruckt ist) 1283 CCIII übertrug eben dieser Graf Conrad dem Erzbischofe  Siefried v. Cöln, die Burg Osen, die Vorburg, (suburbium) den Ort wo sonst die Befestigung war, (locum ubi quondam oppidum fuit) b) die Gerichtsbarkeit in dem Osenschen Pfarrsprengel und das Gericht daselbst, wiees ihm zuständig gewesen. Er behielt sich nur die wohnung im Schloße vor.

 

a) Durch diese Urkunde ist die Angabe Gelenii in lib. I. de magnitudine Colon. Synt. 7. p. 75 gegen Koch im Vers. e. pragm. Gesch. d. H. Br. Lün. S. 103. gerechtfertig.

 

b) Das Wort oppidum ist um so mehr in dieser Bedeutung hier genommen, indem Osen nie eine Stadt war.

 

Wie Cöln zu dem Ober-Lehnseigenthume, welches Graf Conrad als schon bestanden 1259 anerkannte, gekommen ist, hat bis jetzt nicht ermittelt werden können. Der Erzbischof von Cöln suchte due Rechte eines Herzogs überall geltend zu machen und in schon vorhandenen Schößern festen Fuß zu faßen.

 

Wie sich die Cölnischen Verhältniße in Osen von 1259 an gestaltet haben, ist nicht bekannt, und auch seit 1283 erfährt man von diesen nichts weiter. Sie müßen, wie die Geschichte der folgenden Zeit ergibt, beendigt sein;  über das wann? und wie? Vermag hier nichts mitgetheilt zu werden.

 

Der Graf Conrad VI. nannte sich 1266 (CXLIII a.) Graf v. Ohsen; sein ältester Sohn Engelbert führte 1291 eben diesen Namen s- Urk. v. 5. Jan. u. 13. Juli  CCXL.CCXLIV; so auch seine Brüder Heinrich s. Urk. vom 30. Juli 1342 CCCVI und Wedekind, Probst in Hameln s, Urk. v. 25. Febr. 1314. CCCXI a. Es gab auch eine adeliche Familie von Osen a), welche wahrscheinlich zu den Burgmanns-Familien in osen gehörte.

 

a) s. Falcke im Namen-Register, auch Würdtwein.

 

Es muß eine besondere Veranlaßung gehabt haben, daß Graf Hermann II. v. Everstein bei Osen noch ein Schloß. Lewenwerder genannt erbaute und ihm dazu die Herzöge Otto und Wilhelm von Braunschweig behülflich waren. Jene und die Zeit der Erbauung kennen wir nicht, und es sind keine Spuren dieses Schloßes entdeckt worden. Des Grafen Hermann Bruder, der Hildesheimische Bischof Domherr Otto, genehmigte am 24. Aug. 1329 CCCXLVII, daß dieses Schloß den Herzögen immer offen sein und nach 6 Jahren abgetreten werden slle. Vielleicht ist der Besiz von Osen damals von einer Linie in eine andere übergegangen. Das Schloß Osen muß zum Theil wenigstens in den Besiz des Herzogs Wilhelm v. Braunschweig gekommen sein, indem dieser am 7. März 1361 (oder 1365) CCCLXXXVI an Siegfried v. Homburg und deßen Sohn Heinrich, die Hälfte deßelben für 724 Mark verpfändete.

 

Es scheint, als ob dieser Siegfried schon früher in Osen Rechte gehabt hat, indem der Hildesheimische Domherr und Probst in Hameln, Otto IX Graf v. Everstein ihm 1353 (CCCLXXIV) versprach, ein zwischen dem Schloße und Nord-Osen angelegtes Fischwehr ungestöret laßen zu wollen. Die Hälfte des Schloßes Osen ist aber in dem Besize der Eversteinschen Familie geblieben, wie die Gräfin Agnes v. Everstein, geb. von Homburg in dem am 5. Juni 1374 CCCCXCVIII mit ihrem Schwager dem Cölnischen und Hildesheimischen Domherrn, Hermann VI. Grafen v. Everstein geschloßenen Vertrage ausdrücklich erklärt. Wie der Graf Hermann VIII. v. Everstein am 7.  Jan. 1399 mit Paderborn einen Erb-Vertrag schloß, übertrug er auch seinen Theil an Osen, und verpfändete am 24. Aug. 1402 an den Bischof Wilhelm von Paderborn die Hälfte seines Antheils am Schloße Osen.

 

Obgleich es auffallend ist, daß bei diesem Vertrage keines andern Herrn erwähnt wird, so muß doch damals Siegfried v. Homburg noch Pfandbesizer der einen Hälfte des Schloßes gewesen sein.

 

Osen gehörte zu denen Gütern, welche in der von Hermann Grafen v. Everstein und Simon und Bernd edlen Herren zu Lippe am 6ten Kuni 1403 geschloßenen Erb-Verbrüderung begriffen waren, wesfalls diese auch dort die Huldigung einnahmen.

 

Es kam jene Homburgische Pfandschaft bei der Braunschweig-Lippe und Eversteinschen Fehde gleichfalls in Frage, und der gefangene Herzog Heinrich mußte, wie er ranzionirt wurde, in der desfalls am 22. Juni 1405 CCCLIII ausgestellten Urkunde sich auch die Bedingung gefallen laßen, daß die Herrn zu Lippe und der Graf Hermann den, dem herzog gehörigen, von Heinrich von Homburg in Pfandschaft beseßenen Theil von Osen einlösen könnten.

 

Wie die Everstein-Lippesche Erb-Verbrüderung aufgehoben war, trat Graf Hermann v. Everstein in seine alte Rechte und übertrug die Hälfte des Schloßes Osen – ein Mehreres besaß er also nicht – am 5. April 1408 für seinen künftigen Schwiegersohn, den Herzog Otto v. Braunschweig. Die Homburgische Pfandschaft scheint nach dem zwischen Heinr. Herrn v. Homburg und Berns herz. V. Braunschweig am 9ten October 1409 über die Homburgischen Besizungen geschloßenen Vertrage a) beendigt zu sein. Schon am 8. Oct. d. j. verpfändeten Herzog Bernd und sein sohn Otto das Schloß Osen mit der Vogtei Tundern an Moritz Grafen v. Spiegelberg und seinen Sohn Moritz für 10 000 löthige Mark. Ein Revers, welchen Gerd, Johann von Mauricius Bruder, Grafen v. Spiegelberg am 15. Apr. 1436 ausstellen b), spricht davon, daß der Herzog Wihelm v. Braunschweig ihnen für eine Schuld von 4 200 vollwichtigen rheinischen Gulden gedachtes Schloß auf vier Jahre verpfändet und eingeräumt habe. Hier wird der ältern Pfandschaft nicht erwähnt und mag diese vielleicht gelöset gewe-

 

a) s. Orig. guelf. Iv. 513 nr. 45.

 

b) Orig. Urk. Im Arolser Archive. Für die Grafen waren Bürgen: Moritz Graf v. Perremund, die die ritter Hermann Bock u. Joh. V. Frenke, ferner Wilken Klencke, Joh. V. Molinbeke, Aschwin v. Cramm d. ält. Hermann v. Halle, Ernst Hake d. jüng., Joh. Bussche und Heinr. Holtgreve

 

sen sein. Die Spiegelbergische Familie ist ist in dem Pfandbesize geblieben, und die Nachricht, daß sie solchen 1423 verlohren a), falsch. Am 1. Juni 1497 stellten die Grafen Moritz, Friedrich und Simon v. Spiegelberg hier noch eine Urkunde aus, in welcher sie beim Domkapitel in Paderborn anhielten, ihnen als Nachfolgern des Grafen Moritz v. Pyrmont deßen Lehngüter zu verleihen. (Ugedr. Orig. Urk.) Unter Vermittlung des Landgrafen Philipp v. Heßen wurde zwischen dem Herzoge Erich v. Braunschweig und dem Grafen Friedrich v. Spiegelberg und Pyrmont vermöge einer von ersterem am 21. März 1532 ausgestellten Urkunde ein Vergleich wegen des Schloßes und Hauses Osen, auch des Dorfes Esforth, dahin getroffen, daß der Herzog Osen für 10 000 Gulden unter Vorbehalt des  Wiederkaufs, verkaufen sollte. In dieser Urkunde wird der alten Pfandschaft ausdrücklich gedacht. Der Herzog stellte am 26. März 1532 diesem gemäß den Kaufbrief, und der Graf Friedrich an eben diesem Tage einen Revers aus. Am 25. December 1533 kündigte jener die Pfandschaft und verpflichtete sich zur Zahlung auf Ostern 1534 b). Graf Friedrich v. Spiegelberg, welcher nach dem ode seines Bruders Moritz (1524) das Schloß in Pyrmont, wohin kurz vor 1539 die

 

a) s. Engelhusen in Chr. Bei Leibnitz in S. R. B. II 1142

 

b) Die Original-Urkunden sind im Arolser Archive. Für die Ausfertigung der herzogl. Urkunde vom 26. März 1532 mußte der Graf 40 Goldgulden in die herzogliche Canzlei geben.

 

Residenz von Lugde verlegte, in das von denen von Rebock gekaufte Speckholz zu bauen anfing, verwandte zu diesem, etwas über 10 000 Goldgulden gekosteten, von seinem Sohn Philipp fortgeszten, von deßen Schwager Simon Hermann zu Lippe 1562 vollführten Bau auch den Pfandschilling von Osen a).

 

In Emmern, Amts Osen und in Ohr waren die v. Hacken wegen einiger Güter Lehnleute der Grafen v. Everstein b) s. Urk. vom 29. März 1307 CCXXIII, 20. Jan. 1325 CCCXLIII und 13. Dec. 1357 CCCLXXVIII. Graf Conrad IV hatte 1247 (LXXX b) Besizungen in Ohr, (Odere) und Wangelist. In Hastenbeck c) bei Osen, war Graf Albert III. am 4. Apr. 1197 begütert.

 

a) Klettenberg im Wald, Helden- und Regent. Saal (Hdschr.) I.

 

b) Die Lehne, welche die v. Hackesche Familie 1307 von den Grafen v. Everstein empfing, hat sie nächstdem von den Grafen v. Schowenburg empfangen und in neuerer Zeit von dem Kurfürsten v. Heßen.

 

c) Es gab eine adeliche Familie v. Hastenbeck welche im Mannstamme mit Hartung, der des Johann v. Reden Schwester zur Frau hatte, 1543 erloschen isr. Hermann v. Hastenbeck und sein Sohn Arnold kommen in Urkunden von 1228 vor. Ueber Hastenbeck s. Braunschw. Anz. v. 1758 St. 87 S. 1396

 

Bei Ohr (Oder) in der Marsch war ein Plaz Burgstätte genannt, von welcher nicht mitgetheilt werden kann, ob und welches Schloß hier gestanden. In Snesle, einem im eilften Jahrhundert gekannten Orte des Gaues Tilithi a), welcher verwüstet, und deßen Andenkung noch in der Benennung des Snesler Feldes bei Grohnde erhalten ist, hatten die Grafen v. Everstein zu Osen, Mindensche Lehngüter, welche sie am 6. März 1288 CCXXIX aus dem Lehns-Verbande hoben. In Snesle soll der Sage nach eine Burg gewesen sein. In dem Felde, in den sogenannten Höfen finden sich noch Spuren von Mauerwerk.Die Grafen v. Schwalenberg, welche in diesem Orte 1274 und 1298 mehrere Güter besaßen, hatten hier auch 1309 einen Burghof b).

 

Bei Osen liegt an der Emmer, noch ein, jetzt der Familie v. Klenke c) gehöriges Schloß Häm-

 

a) s. Reg. Sarr. nr. 671.

 

b) Falcke p. 893 u. 683

 

c) Das Stammhaus dieser alten Familie, welche den Namen Cleneock führte, ist an der Unter- Weser im Mindenschen und Hoyaischen zu suchen. In vielen Urkunden dieser Gegenden werden, Clencoc, Klenckoc genannt. Aus dieser Familie zeichnete sich am Ende des 14ten Jahrhundert der Augustiner, Joh. Elenckock durch seinen Eifer den Sachsenspiegel aus. s. Scheid über das Vorgehen, daß der Sachsenspiegel auf der Kirchenversammlung zu Basel verboten in d. Hann. gel. Anz. von 1753 S. 1241 u. f. Spangenberg in d. Beitr.z. d. teutschen Rechten d. Mittelalters S. 94. Agnes Klenke, eine Nonne in Fischbeck schrieb ein in Hannover befindliches martyrologium s. Hannov. Gel. Anz. 1753 S. 1274. Der als deutscher Ordens-Comthur in Goettingen 1664 gestorbene Ludolph Klenke, welcher in Rom zum katholischen Glaubensbekenntniße übertrat, veranlaßte 1614 in Hämelschenburg eine Disputation zwischen einem Hildesheimischen Jesuiten und Geo. Calixtus, welche ihn jedoch nicht bestimmte, sein neues Glaubenbekenntniß zu ändern. s. Goett. Zeit. U. Gesch. Beschr. Buch IV. Cap. 2. S. 52.

 

schenburg. Nach dem Lehnbriefe vom 15. März 1821 CCCCXCI war es nebst andern Gütern in der Gegend ein Eversteinsches Lehn. Nach einem alten Mindenschen Lehnregister CCCCXCVI a) hatten die Grafen v. Everstein Hemerschenborg und das Schloß Woltau von der Mindenschen Kirche zu Lehn. Hermerßen lag nach jenem Lehnbriefe nahe bei Hämelschenburg, wo auch noch der Name: die Burg Woldau auch Hünenschloß gehöret wird. Von dem Orte  Hermerßen scheint die Burg ursprünglich den Namen Hermerschengorg b)

 

a) s. a. Hannöv. gel. Anz. v. 1752 St. 99 S. 1306.

 

b) Vielleicht ist auch das Hinnerstenborch, deßen eine Mindensche Urkunde vom 18. Juli 1319 erwähnt, (s. Würdtwein in nov. subs. dipl. IX. 164) dieses Hermerschenburg, und in der Abschrift dieser Name verschrieben. Jenes wird zwar zur Pfarrei Osen gerechnet, zu welcher Hämelschen burg früher wohl gehöret haben kann. Jetzt bildet es mit Amelgatzen, Detleveßen, Gellersen und Welsede eine eigene Parochie, über Welche die Familie v. Klenk das Patronatrecht ausübt. Wahrscheinlich ist diese Pfarrei erst aus Stücken benachbarter Pfarren gegründet. Gellersen gehörte 1264 noch zur Parochie Osen (s. Würdtwein in subs. dipl. XI. 32); und Welsede, jetzt Kapelle, in welcher zuweilen von dem Prediger in Hämelschenburg das Abendmahl ausgetheilt wird, soll vor der Reformation eine,

 

  • mit einem eigenen Prister besezte Kirche gewesen sein, deren Alter auch wol aus dem Umstan- 
  • de abgeleitet werden kann, daß man neuerlich bei einer Beerdigung, unter dem Altar eineUrne
  • mit Spreu gefüllt antraf. In dem Mindenschen Archidiaconats-Register (s. diese Beiträge Th. I.
  • S. 288) geschieht der Kirchen in Hämelschenburg und Welsede keiner Erwähnung.
  • Das Patronatsrecht der Kirche in Hämelschenburg ist übrigens ein Lehn der Herrschaft
  • Everstein. (s. Lehnbrief v. 1821).

 

  • geführt zu haben. Hermeschenborg und Hermerßen unterscheidet die Urkunde von 1375 (nr. CCCXCIX a). Das Mindensche Lehnregister spricht von einem oppido Hermerschenborg und nennt daneben das Schloß Woldau; vielleicht ist die am Berge unter Woldau liegende Besizung auch später befestigt worden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Ort Hermannsbergk, welchen Graf Hermann v. Everstein in der am 6. Dec. 1328 CCCXLVI ausgestellten Urkunde oppidum nostrum nennt, dieses Hermerschenborg ist a). Bis auf den Geistlichen und den Grafen Heinrich von Sladen sind die Zeugen in der Nachbarschaft heimisch und unter allen Eversteinschen Besizungen ist keine andere, deren Namen sonst eine Aehnlichkeit mit dem genannten Hermannbergk hätte. Das Wort oppidum, welches in unsere

 

a) Nach einer gütigen Mittheilung des Hrn. Pastors Limmer in Gera findet sich im Vogtlande keine Spur von einem Schloße Hermannsbeg.

 

heutigen Bedeutung nicht auf Hämelschenburg paßt, hatte zu jener Zeit diese nicht immer, sondern bezeichnete oft einen befestigten Ort.

 

In den beiden Erbverträgen vom 7. Januar 1399 und 5. Apr. 1408 führt Graf Hermann VIII. v. Everstein Hämelschenburg unter seinen Schlößern auf. Da alte Schloß Hämelschenburg ist nicht mehr; das jezige ist von Jürgen Klenk 1567 gebauet. Früher hatte die Familie Bock dieses Lehn: von dem Herzoge Otto erhielt es die Klenkesche. Der älteste Lehnbrief ist von 1469.

 
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