05533/405-59
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Paragraph 8

§ 8.

 

Güter im Gau Tilithi. Deßen Beschreibung.

 

Viele Schlößer und große Besizungen hatten die Grafen v. Everstein in dem alten Gau Tilithi, deßen nähere Bezeichnung hier der Aufzählung der bedeutenden, zahlreichen Güter vorangehen mag, da Herr v. Wersebe solchen nur  in so weit er am rechten Ufer der Weser liegt beschrieben hat.

 

Der Gau Tilithi, war ein nach seinem Umfange großer Gau an beiden Seiten der Weser. Er gränzte südlich an den Gau Auga, westlich an den Wetigow, nördlich an die Gauen Bucki und Mersteme und östlich an die Gauen Gudingau und Wickanafeld. In Schenkungs-Registern von Fulda wird dieser Gau auch Eigilde und zilgide genannt. Die Orte Stocheim undHelen, welche in den Gau Eilgidi (Zilgidi) gesetzt werden, liegen indeßen kundbar innerhalb der Gränzen des in den Corveyischen Schenkungs-Registern und in anderen Urkunden bezeichneten Gaues Tilithi a).  Die Villa Heli rechnen die Fuldaischen Register zum Gau Zil-

 

a) s. Ebirhardi samm. Trad. Fuld. Bei Schannat in trad. Fuld. p. e. V. nr. 5. 8. 25. 27. 32. 35. 57. v. Wersebe Beschr. d. Gauen zwischen Elbe .. S. 205. Den Gau Tilithi unterscheidet Grupen in disc. Forens. p. 546. von dem Gau Tilithi, sezt ersteren in die Gegend von Münder, und leitet den Namen von der Benennung Süntel, welche ein Gebirge daselbst führet, ab. (s. deßen abs. nr. XXXIV. p. 585). Er ist zu dieser Unterscheidung wahrscheinlich durch eine Urkunde von 1033 (s. meine Beiträge z. ält. D. Gesch. I. 132) verleitet. (s. deßen Orig. Germ. III 123).  Die in dieser Urkunde nach den Worten: in pago Cilide angemerkten 27 Orte können nicht alle zu diesem Gau gerechnet werden. In dem zuerst genannten Herisviroda ist das im Sarrachonischen Register nr. 484 angeführte Hiriswitherothe und wahrscheinlich Harderode, westlich vom Ihtgebirge, zwischen Beigerode und Eschershausen im Braunschweigischen Amte Beigerode zu erkennen. Das folgende Münder (Munere) kann seiner Lage nach, und da es noch zum Osenschen Archidiaconare gehörte (s. m. Beiträge I. 288) sehr wol zum Gau Tilithi gerechnet weren, dagegen aber sind die anderen von Bodukun an angeführten Orte, wie sie noch erkannt werden können, diesem Gau nicht, vielmehr anderen beizuzählen.Wenn Bodukun und Beddehhare, die nordwestlich von Münder liegenden Backede und Böbber oder Bebber sein sollten, welche vielleicht zum Gau Bucki zu rechnen sind, so liegen die ferner genannten Orte in einer weiteren, nach Minden und deßen Nachbarschaft gezogenen Linie. (s. meine Beiträge I. 139) Nur zwei der ferner genannten Orte können in den Gau Tilithi gelegt werden, nämlich Helan und Honredere, wenn diese Helen bei Kemnade und Honroder ein verlaßenes Dorf bei Hameln Sein sollten. Sie würden indeßen ganz außer der reihe in der Urkunde aufgeführet sein und Mögen daher auch wol in der Gegend von  Münder gesucht werden.

 

gide, das Sarrachonische aber Heloon zum Gau Tilithi a). EineUrkunde des K. Arnulf von 892 nennt diesen Gau eben si, eine andere von diesem Jahre Algide, wahrscheinlich Eilgide b).

 

Die Burg Everstein, von welcher es zweifelhaft ist, ob sie zum Gau Auga oder zum Gau Tilithi gehörte, kann immer als ein Gränzpunkt des lezteren angenommen werden. Es läßt sich übrigens mit Bestimmtheit nicht nachweisen, daß die Burg Everstein unmittelbar an demGau Tilithi gelegen. Das nördlich von der Burg liegende Dorf Golmbach wird zum gau Wickanafeld gezählt c); ist dieses richtig, so kann, da das in östlicher Richtung von Everstein anzutreffende Negenborn zu eben diesem Gau gehörte d), das westlich liegenden braunschw-

 

a) Ehirhard s. e. nr. 35. p. 301. Reg. Sar. 14. nr. 208

 

b) s. Eccard in hist. Gencal. princ. Sax. sup:  p. 295 – 298.

 

c) Registr. Sarrach. nr. 478. d) Ibid. nr. 452.

 

eigische Forst aber dem Gau zugerechnet wird a), die Burg nur dann an den Gau Tilithi stoßen, wenn dieser, zu welchen kundbar Dolme (Telmere) am rechten Weser-Ufer zu zählen ist b), an der Weser bergauf bis Reilefsen und bis Polle gegenüber sich erstreckte. Gegen die bestimmte Angabe des Sarrachonischen Registers, daß Gombach, welches wol unter dem genannten Goldbiki zu verstehen ist, in dem gau Wickanfeld gelegen, erheben sich indeßen bedeutende Zweife, da jener Ort zum osenschen Archidiaconat, c) mithin zur Mindenschen Diöcese gehörte, auch der Mindensche Bischof nach Urkunden vom 29. Sept. und 15. Oct. 1268 CXLVI. CXLVII. den Zehnten daselbst hatte. Der Gau Wickanafeld lag im Hildesheimischen Kirchensprengel.

 

Gegen den gau Auga können wir von dem Gau Tilithi das schon erwähnte, am rechtenWeserufer liegende Dolme, und vielleicht auch Ruelen, und daher zum Mindenschen Sprengel gehörte, als Gränzpunkte ansehen.

 

a) ...... nr. 435. s. a. Urk. v. K. Heinrich II. von 1004  bei Paleke in trad. p. 905.

 

b) Reg. Sarrach. nr. 477.

 

c) s. m. Beitr. z. älteren d. Geschichte Th. I. S. 288.

 

Lütgenrade, wenn es das in Urkunden erscheinende Lütteken-A ist und Reinlefsen, aus welchen Orten der Zehnten dem Boschofe in Minden zustand, können zum Gau Tilithi gehöret haben. s. S. 29.

 

Die Linie ist diesemnach in oder an der Weser herauf bis unterhalb Heinsen, welches im Gau Auga lag, auf das linke Ufer nach Vahlbruch im Hannoverschen Amt Polle hin zu leiten, und Polle einzuschließen.

 

In einer Urkunde des Kaisers Conrad vom 10. Febr. 1043 werden dem Paderbornischen Bischhofe  Meinwerk Güter in Bennanhusun, Valebroch und Dodenbroch in den Gauen Wettigau und Tilithi in der Grafschaft des Grafen Widekind gechenkt. a) Da nicht angemerkt ist, welchem dieser Gauen das eine oder das andere der namhaft gemachten Güter zugeschrieben wird, so muß diese Bestimmung aus anderen Umständen gesucht werden. Nach diesen darf man einen der beiden Orte Bennanhusun und Dodenbrok dem Gau Wetigau zuzählen, mithin Vahlbruch dem gau Tilithi.

 

Eine Urkunde des K. Conrad von 1031 b durch welche dem Bischof Meinewerc das Gut Son-

 

a) Falcke p. s. Vita Meinwerei in Leibuitii s. R. D. I. 559. nr. CVI.

 

b) Falcke p. 527.

 

nanbeck geschenkt wurde, gibt nämlich die Bestandtheile deßelben an und nennt garunter die Besizungen in Bennanhusun. Jenes Sonnanbeck scheint das zwischen der Paderbornschen Stadt Nieheim und der Lippeschen Stadt Horn liegende Sandbeck zu sein. Die Uebereinstimmung der Namen führt nicht allein zu dieser Behauptung, sondern auch der Umstand, daß mehrere der zu jenem Haupthofe gehörigen Orte, noch jetzt in der Nachbarschaft von Sandbeck angetroffen werden, nämlich Horn, (Hornan) Vinsebeck, (Vinesbiki) Bergheim bei Vinsebeck (Berchum) und Holzhausen zwischen Horn und Detmold (Holthusen).

 

So wie diesem nach Bennanhusen in der Gegend von Sandbeck a) zu suchen und dem Gau Wettigau zuzuschreiben ist, so muß auch Dodenbrok, welches in einer Urkunde des Bischofs Meinwert von 1036 als ein Vorwerk vonLügde )Luthid er duo uoreuuerc Dodenbroke Berca) angegeben wird b) zum Gau Wettigau gehören, wenn dieses Luthide Lügde  bei Pyrmont ist.

 

a) Das südlich von Lippspringe liegende Bennhausen kann nach seiner Lage nicht das zum Haupthofe Sonnenbeck gehörig gewesen sein. Ineinem Bennenhusen hatten 1244 die Grafen v. Pyrmont, die Nachkommen des Grafen Witekind, in deßen Grafschaft das 1031 erwähnte Bennenhusen lag, Besizungen. Gotschalk und seine Söhne Gotschalk und Hermann v. Pyrmont übertrugen damals  dem Kloster Amelungsborn 3 Hufe daselbst, welche Heinrich Kolkorf Ritter von ihnen zu Lehn trug.

 

b) Falcke p. 461.

 

Die Aehnlichkeit des Namens erlaubt diese Voraussezung um so mehr, als sonst kein Ort eines ähnlichen Namens in einem der beiden Gauen zu finden ist. Zu den Namen der Grafen von Pyrmont gehörte auch eine Familie von Dodenbroke, a) deren Besizung, von welcher sie den Namen führte, daher nicht weit von Pyrmont und Lügde gesucht werden kann.

 

Bei Lügde, in deßen Nachbarschaft sumpfige Gegenden sind, wohnten mehrere Familien, deren Namen auf Wohnungen in Brüchen deuteten b).

 

Vahlbruch bleibt demnach, da Lügde kundbar zum Gau Wettigau gehörte, allein übrig, um es dem Gau tilithi zuzuzählen.

 

a) Wie 1231 Gotschalk v. Pyrmont unter einwilligung seiner Söhne genehmigte, daß Hildebrand v. Reinleveßen dem Kloster Amelungsborn 2 Höfe in Reinleveßen, Freihöfe (Vrighove) genannt, überließ, war nebst des Grafen Priester, dem Marschall Amelung Rebock, Bruno v. Vrenke, Heinr. Kannen auch Winand v. Dodenbroke Zeuge, welcher in einer anderen Urkunde eben dieses Gotschalks von 1233 über 3 Hufen in Ellersen (Allersheim) bei Bevern), welche dem Kl. Amelungsborn überlaßen waren, sein Burgmann in Pyrmont genannt wird.

 

b) In Pyrmonter und anderen Urkunden dieser Gegend erscheinen häufig Zeugen von der

 

Familie von Uppenbroke.

 

Die Lage von Vahlbruch ist nicht entgegen diesen Ort zum Gau Tilithi zu rechnen. Die Tilideßer Mark bei Radsieck (Rodensike in Tilidessen ..... ) a) zwischen Vahlbruch und dem Schwalenberger Walde scheint die Gränze des Gaues Tilithi hier gebildet mit der Schiederschen, zum Gau Wettigau gehörigen Mark gegränzt zu hadern b). Vahlbruch gehörte auch zum Osenschen Archidiaconate c), Ueber die Linie, welche um den Gau Tilithi weiter zu beschreiben, von Vahlbruch ab zu ziehen ist, bleibt man in Zweifel. Sie ist indeßen auf zwei noch bekannte Punkte zu leiten, nämlich auf Amelgatzen und Stöcken an der, bei Osen in der Weser mündenden Emmer.

 

Das erstere legt das Sarrachonische Register (nr. 496 Amelgateshus), das leztere ein Fuldaisches Schenkungs-Register d) in den Gau Tilithi.

 

Obgleich Stöcken in dieser Gegend nicht mehr aufzufinden ist, so kann man aus den Benennungen Stöckener Feld und Wiesen,  welche noch jetzt Grundstücke bei dem Dorfe Emmern im hannoverischen  Amte Osen führen, so  wie aus der  Belehnung welche das  Haus

 

a) Reg. Sarr. nr. 643

b) Falcke p. 531. Er rechnet p. 6 not. E. nach der Urkunde von 1031 Vahlbruch zum Gau Wettigau.

c) s. m. Beitr. I. 288.

d) Ebirhardi Mon. Fuld. Summur. trnd. Vct. E. V. nr. 5 bei Schaunat l. e. p. 300

 

Hannover dem Fürsten zu Waldeck und Pyrmont unter andern über eine Wehrstätte in Stöckheim und der Fischerei daselbst auf der Emmer ertheilt, die Lage dieses alten Ortes erkennen. Die Familie von Klenke in Hämelschenburg wird auch jetzt noch mit dem Stöckheimer Zehnten beliehen CCCCXCI.

 

Das Dorf Emmern und deßen Umgebung ist indeßen um so gewißer zum Gau Tilithi zu rechnen, als das oberhalb liegende Dorf Snesle a), welches eingegangen, und deßen Lage nur noch durch Benennung von Feldern zwischen Grohnde und osen zu erkennen ist, so wie das unterhalb liegende Dorf Ohr (Othere) b) zu diesem Gau gehörten.

 

a) Reg. Sarr. nr. 571

 

b) Urk. K. Heinr. Über die Stiftung von Kemnade von 1004 bei Falcke p. 905  und bei Grupen in

 

orig. Pyrm.  p. 10.

 

Paderbornischen und in keinem Mindenschen Archidiaconat-Register a). Das untere Fürstenthum Pyrmont oder die Parochi Oestorf gehörte zum Wettigau, indem diese erst im elften Jahrhundert unter dem Paderbornischen Bischofe Immad von der  in dem Wettigau liegenden Lügder Pfarrkirche getrennt wurde und eine eigene Pfarrkirche für Oestorf, Läwenden und Vesper erhielt b).

 

Die Gränze zwischen dem Gau Tilithi und dem Gau Wettigau, ist hier wahrscheinlich auch die Gränze des nach Minden gehörigen Archidiaconates von Osen.

 

Verfolgt man die Gränzen dieses Archidiaconates weiter, so ist die Linie auf das zur ehemaligen Grafschaft Sternberg gehörige Bösingfeld, dann auf die im Lippischen Amte Vahrenhlz liegenden Kirchdörfer Ludenhausen und  Langenholzhausen und von da bei Möl-

 

a) In dem Mindenschen Archidiaconat-Register s. meine Brife... 288 ist eine Kirche in Hardeßen, in der Herrschaft Polle angeführt. Diese ist wol eher in den bei Ottenstein liegenden Haddenser Kirche, (s. Müllersche Charte von Hannover) als in dem zum Fürstenthum Pyrmont gehörigen Neerßen zu suchen

 

b) s. d. Urk. ohne Datum (zwischen 1052 und 1076) bei F. v. Fürstenberg in Mon. Paderb. ed. de 1714 p. 188. In dem Abdrucke lieset man Thesper, welches wol in Vesper verwandelt werden darf. Von einem Orte Thespen findet sich keine Spur, dagegen von einem Vesper, deßen Andenken sich bei Lügde, durch die Benennung der Vesper-Feldes erhalten hat.

 

lenbeck und Rinteln vorbei nach der Grafschaft Schaumburg gehörigen Exter a) zu ziehen. Mit Ausnahme von Ludenhausen, wenn darunter das in einer Rkunde des Hildesheimischen Bischofs Bernward vom 1sten November 1022 über die Stiftung des Micjaelis Klosters in Hildesheim genannte Luidinghusen b) zu verstehen ist, findet man keinen Ort in dieser Linie, welchen alte Urkunden und Nachrichten dem Gau Tilithi zuschreiben, indeßen auch keinen, welcher dem Wettigau oder dem Gau Thiatmalli beigezählt ist. Nur Exten scheint nach der von Kaiser Arnulf 896 ausgestellten Urkunde über die Stiftung des Klosters Möllenbeck bei Rinteln zu einem anderen Gau, Osterburg genannt, gehöret zu haben c) und außerdem für diesen nur ein sehr beschränkter Raum zu bleiben.

 

a) In dem Mehrerwähnten Archidiaconat-Register ist Eckberstein genannt. Ein solches ist nicht zu finden. Paulus in d. Gesch. des Kl. Möllenbeck S. 34 nennt es Ecketsten.

 

b) Grupen in antiq. Hanov. p. 107. Falcke p. 905.

 

c) Kuchenbecker in anal. Hass. Coll. X. p. 377. Grupen in orig. Germ. p. 123 Paulus a. a. O. S. 54.

 

Folgt man der Gränze des Oseschen Archidiaconats weiter über die Weser hin an deren rechtes Ufer, so kommt man an die Gränze des Gaues Bucki a) und würde die Linte auf das Bückeburgische, auf Katharinenhagen, Hattendorf im Heßen-Schaumburgischen b), nach Nettelreder im Hannoverschen Amte Lauenau und dann nach der Hannoverschen Stadt Münder zu ziehen sein. Es ist kein Beweis zu führen, daß die Linie am rechten Ufer der Weser in angegebener Weise gezogen werden müße, indeßen findet sich auch keiner dagegen. bis auf Nettelrede wird keiner der von dieser Linie begränzten Orte zu einem anderen Gaue gerechnet, und so mag vorerst die angegebene Osensche Archidiaconats-Gränze wol angenommen werden können, um so mehr, da andere bekannte Orte nahe an dieser Linie in den Gau Tilithi gesezt werden. Hameln, bei welchem unmittelbar das zu diesem Gau gerechnete Wenige lag c), muß zu diesem gezählt werden, da zu ihm mehrere Dörfer bei die- 

 

a) Wegen dieses Gaues kann man sich auf die schäzbare Abhandlung des verstorbenen Hern Land-drosten v. Wersebe, Beschreibung der Gaue zwischen Elbe, Saale und Unstrut, Weser und Werra S. 217. beziehen.

 

b) Die Angabe von Grupen in observ. p. 198. daß Bückeburg im Gau Tilithi gelegen, ist ohne Beweis und falsch. 

 

c) s. zwei Urk. d. K. Arnulf von 892 bei Eccard in hist. ge.... princ. Sax. sup. p. 295 – 298. In dem Abdrucke ist der Ort Unange zu lesen, man darf indeßen wol einen Schreibfehler und annehmen, daß geschrieben war  Un..ge.

 

ser Stadt, wie Hilligsfeld a), Ohr b), und Tundern c) kundbar gehörten. Unterhalb Hameln sind Fischbeck und die Dörfer Haddeßen, Wickholdeßen und Bensen am südwestlichen Abhange des Sünte-Gebirges gleichfalls diesem Gau beizulegen d). Nettelreder wird übrigens in der vorhin S. 46 erwähnten Urkunde von 1022 über die Stiftung des Michaelis-Klosters in Hildesheim zum Gau Werstem gerechnet, welcher Angabe wol eher zu folgen ist, als der aus der Archidiaconat-Gränze gezogenen Vermuthung e). Zuweilen wurde bei besondern Umständen diese verändert. Die Stadt Münder kann dagegen wol zum Gau Tilithi gerechnet werden.

 

a) Reg. Sarr. nr. 434.

 

b) s. Urk. von 1004 bei Falcke p. 905 u. Grupen in orig. Pyrm. p. 10.

 

c) Reg. Sarr. nr. 124. (Tundinun) a. die angeführten Urk. p. 1004 (Tundinun).

 

d) s. Urk. v. 1002 u. 1025 d. Kloster Visbeck betr. In Maderi anitq. Brunus. p. 205 u. 211 u. Paullini hist. Visb. § VIII. Ob das in den angeführten Urkunden genannteTrackanhusun das Dorf Zerßen ist, wie Herr v, Wersebe a. a. O. S. 205 glaubt, mag dahin gestellt sein.

 

e) Nach einer Urkunde (ungedr.) des Pabstes Innocenz von 1245 durch welche er das kürzlich in der Hildesheimischen Diocese gestiftete Kloster Wülfinghausen, in seinen Schuz nahm und deßen Besizthum bestätigte, wird zu diesem auch ein Hof und die Kapelle zu Netelrodhere (Nettelreder) gerechnet.

 

Die Urkunde des K. Conrad von 1033 das vom Mindenschen Bischofe Sigbert gestiftete Martini-Kloster in Minden betreffend a), nennt nach dem in diesen Gau gehörigen Ort Herisuiroda (Harderode) gleich Münder, und obgleich die folgenden Orte nicht alle jenem zuzurechnen sind, so ist nichts entgegen, um das zum Osenschen Archidiavonat gehörige Münder zu zählen. Nicht fern von dieser Stadt, freilich nach der, Weser hin, werden andere Orte des Gaues Tilithi genannt, namentlich Flegeßen b) am Süntel-Gebirge.

 

Von Münder aus kann man wol unbedenkich die Hildesheimische Diocesangränze als die Gränze des Gaues ansehen. Sedemünder, jetzt eine Ruine......von dem in der Hildesheimischen DiöceseGegenden Springe, (Hallerspringe) gehörte zum Oseschen Archidiaconate. Die alte Beschreibung der Hildesheimischen Archidiaconat-Gränze in der Behauptung, Sedemünder in den Gau Tilithi zu legen, auch dann nicht entgegen, wenn daß in selbiger genannte Sidinum Sedemünder sein sollte, da dieses nur als ein Gränzpunkt angegeben ist.

 

a) Meine Beiträge I. p. 132.

 

b) Reg. Sarr. nr. 330. Falcke p. 505.

 

Coppenbrügge in der Grafschaft Spiegelberb lag im Hildesheimischen Sprengel und von da kann die anfangs in dem gelben Bache begonnene Linie sich nächstdem ganz wol an Sedemünder her auf Springe gewendet haben.

 

Von Sedemünder mag die Linie nach Coppenbrügge hinzu gezogen, und es können Hachmühlen a), Hohnsen und Bentorf, eine jetzt mit Brünihausen vereinigte Kirche, welche unter dem Namen von Bedinctorp in einem Oseschen Archidiaconat-Register aufgeführt ist b), noch innerhalb des Gaues Tilithi gesucht werden. Hohnsen ist vielleicht das Heienhusen, deßen die Seite 46 angeführte Urkunde von 1022 gedenke, und das Heianhus, welches das Sarrachonische Register Nr. 466 in den Gau Tilithi verlegt c).

 

a) In dem mehr angeführten Mindenschen Archidiaconat Register ist zweischen Sedemünder und Flegeßen, Hochhameln genannt, welches in dem Oseschen Archidiaconat-Sprengel sonst nicht zu finden ist. Vielleicht ist es ein Schreibfehler und soll Hachmühlen heißen.

 

b) s. meine Beitr. Th. I. S. 288. In einer Güterbeschreibung des Stiftes S. Bonisacci in Hameln (nach 1461) wird eines Kirchherrn in Bedingrorp erwähnt.

 

c) Herr Aßeßor Wigand im Corveyischen Güterbesiz S. 108 u. 190 hat überzeugend dargethanm daß das im Hannov. Amte Polle an der Weser liegende Heinsen zum Gau Auga gehörte und nicht dasjenige Heienhus sein kann, welches für den Gau Tilithi bestimmt ist. Eine andere Kemnadesche Urkunde vom 6. Juli 1359 CCCLXXIX ...... ...... Ortes Heyenhusen.

 

Bei Coppenbrügge westlich zeigt sich Berensen, welches unter dem namen Biarunhus in diesen Gau gesezt wird a); südlich und hart an der auf ... ... belaufenden Hildesheimischen Gränze Harderode Hriswitherode auch Herisuiroda b); danebenBremke (Bredanbeke) c); südlich davon Dohnsen(Dolcuhus) d); daneben Halle (Hallu) e). Von hier wurde die Linie über Hunzen, Diedelmißen, Kirchbrack, über das Vogler-Gebirge nach Holesberg, wo nach der Urkunde vom 4ten April1107 der Bischof von Minden den Zehnten hatte, auf Lütgenrade? Und Reilefsen?, Rühle an der Weser und Dölme, wohin die erste Linie von Ever-

 

a) Reg. Sarr. nr. 498. Falcke p. 243. 616.

 

b) Urk. V. 1033 in meinen Beitr. I. 134 und Reg. Sarr. nr. 454.

 

c) Reg. Sarr. nr. 408 Falcke p. 243.

 

d) O. Sarr. nr. 348. 418 Falcke p. 243.  500.  554.  In ........ verpfändeten für 40 Mark Joh. v. Borye, ....... und Albert v. Hüpede und Florechin ein Bruder ...... des Knapen 1335 dem Hugo v. Halle, Friedrich ... Schulzen (S......) Rittern, Hartwig v. Vrenke Knapen und Diet. Stenecken einem Bürger in hameln .. ... Dieses Dodensen darf man in der Nachbarschaft der Gläubiger und Schuldner suchen.

 

e) Reg. Sarr. nr. 515.

 

stein gezogen ist, zu ziehen sein. Von Münder an ist hier dem Gau Tilithi eine Ausdehnung bis an den Hildesheimischen Sprengel gegeben a) und es stehen keine andere Nachrichten über einzelne Orte, nach welcher diese zu andern Gauen, dem Gau Gudingo, Wickanafeld und Suilbergau gerechnet werden, entgegen.

 

Die sonst in Urkunden und älteren Nachrichten am rechten Weserufer zum Gau Tilithi gerechneten Orte hat Herr v. Wersebe sorgfältig zusammengestellt. Ob indeßen Hohmareshusen das im Amte Lachem gelegene Hemeringen ist, möchte wol zweifehaft sein, so wie überhaupt ob das Fuldaische Schenkungs-Register diesen Ort in diesen Gau gelegt. Vielleicht ist auch das in der mehr bemerkten Urkunde von 1022 angezeigte Ilisun (Ilisim) da zu suchen, wo im Hannovberschen Amte Grohnde die Ilse fließt, von welcher eine Mühle zwischen Börrie und der Weser den Namen führt. In der Urkunde wären jedoch als dann die

 

a) Ueber die Gränze des Hildesheimischen Sprengels an dieser seite s. v. Wersebe a. a. O. Seite 21 u. f. S. 151 u. f.

 

genannten Orte ganz außer der Reihe genannt, wenn Drespen das dem gräflich Schulenburgi- Gute Hehlen gegenüber, am rechten Weser-Ufwe liegenden Daspe und das folgende Luidinghusen, das Dorf Ludenhusen im Lippischen Amte Vahrenholz und Heienhusen Hohnsen bei Coppenbrügge ist, Ilisin aber erst nach zwei andern unbekannten Orten genannt wird. Wollte man hierauf nicht sehen, so würde man das folgende Aldendorp in der bei Fischbeck am rechten Weser-Ufer liegenden Heßen-Schaumburgischen Stat Oldendorf finden können.

 

In den Corveyischen Schenkungs-Register werden folgende Orte zum Gau Tilithi gerechnet: nämlich villa Graftingeshus, Walkium und Osthoven a). Das erstere erkläret Falcke b) Grave am linken Weserufer zwischen Brevörde und Pegestorf, (Perderestorpe) welches zu diesem Gau gehörig, genannt wird c).

 

Ob Walkium in einem der beiden zum Hannoverschen Amte Aerzen, welches im Gau Tilithi lag, gehörigen Dörfer Waaltzen oder Welfeln an der Emmer zu erkennen ist d), muß dahin gestellt bleiben. Osthoven ist nicht entdeckt.

 

a) Reg. Sarr. nr. 429. 446. 470.

 

b) In trad. p. 243. 558.

 

c) Reg. Sarr. nr. 128. 400.

 

d) s. Falcke. p. 569.

 

Außer den schon angeführten Orten am linken Weser-Ufer, welche alte Urkunden und Nachrichten zum Gau Tilithi rechnen, sind nach Gellersen im Amte Aerzen bei Hämelschenburg Gellishus a) Helen b) und Kemnade c), beide an der Weser anzumerken.

 

In einer Urkunde des Bischofs Meinwerk (II) wird noch eines Ortes Gelanthorp erwähnt, welcher im Gau Tilithi lag. Falcke sezt ihn in der von ihm entworfenen Gau-Charte an das linke Weser-Ufer nördlich von Vahlbruch, ohne jedoch einen Verweis für seine Meinung zu liefern. Die Lage dieses Ortes kann nicht angegeben werden d).

 

a) Reg. Sarr. 445. 

 

b) Heloon. Reg. Sarr. 208. Heli. Mon. Ebirhardi trad. Fuld. nr. 35. p. 301.

 

c) s. Urk. v. 1004 bei Falcke p. 905. von 1016 bei Schaten in ann. Pad. I. 422.

 

d) Dieses Gelanthorps erwähnt auch Meinwerk’s Urkunde von 1031 über die Stiftung des Klosters zu S. Peter und Paul in Pderborn, ohne des Gaues zu gedenken. Sie ist abgedruckt bei Schaten I. 483. jedoch sehr fehlerhaft.

 

Des Gaues Tilithi geschieht noch im Allgemeinen Erwähnung in einer vom König Heinrich II: für den Erzbischof von Magdeburg ausgefertigten Urkunde, in welcher er demselben civitetem Sciders mit allen Zubehörungen in den Gauen Hesigenegau, Wetego, Thilethe, Lingau, sarethvelth, Tietmelle und Lethgau und die Waldung innerhalb de drei Flüsse Emmer (Hambrina) Rise und Wermana schenkte a). Orte sind nicht genannt.  

 

a) ? Ludowig in Reliq. M. XII. 358 hat diese Urkunde mit der Jahreszahl 1005 abdrucken laßen. Diese fehlt beidem von Gareken in cod. dipl. Brund. III. 45 nach dem Originale gemachten Abdrucke. Bei dem Originale ist jedoch von neuerer Hand auf der Rückseite bemerkt con.... Henr. II – 1005. Nach diesem Abdrucke muß der bei Ludowig verbeßert werden.

 
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