05533/405-59
Link verschicken   Drucken
 

Paragraph 1

§ 1.

 

Die Grafen von Eberstein in Schwaben

 

Zwei reiche, zum hohen Adel gehörige Geschlechter, die Grafen von Eberstein auf dem Schloße Eberstein, zwischen Stuttgard und Straßburg und die Grafen von Everstein auf der Burg Everstein am rechten Weserufer bei Holzminden, erscheinen gleichzeitig. Ob sie einem gemeinschaftlichen Stammvater haben, ist bis jetzt nicht nachzuweisen. a) Dieses kann nicht aus der Aehnlichkeit des Familiennamens allein erwiesen werden; die Verschiedenheit der Wappen – die Ebersteine in Schwaben  führten zuerst eine Rose, später einen Eber, die Ever-

 

a) Die Grafen von Eberstein werden von Einigen aus dem Salisch-Conradinischen Hause, von einem Sohne des Eberhards, eines Bruders K. Conrads I., hergeleitet. Kremer in Origin.  Nass. I. 118 – 120. sucht mit Anführung mehrerer Schriftsteller diese Meinung wahrscheinlich zu machen, ist  jedoch von Wenck in der Heß. Landesgesch. II. 655. ziemlich widerlegt.

 

steiner im alten Sachsen a) einen Löwen – beweist nicht das Gegentheil. Beide Geschlechter gehörten Wahrscheinlich früher schon zum hohen Adel; ehe sie eigene Namen und Wappen annahmen, welches, wenn gleich beim hohen Adel es früher geschah wie beim niederen, vor dem Ende des eilften Jahrhunderts nicht eingetreten ist. Beide können zusammen gehören und doch verschiedene Wappenzeichen gewählt haben. Eine frühere Verbindung mit dem Stifte in Fulda hat zu Ansiedelungen der Eversteinschen Familie in anderen Orten vielleicht begetragen.

 

In Urkunden ist bisher keine Spur angetroffen, daß diese Familien sich als Verwandte anerkannt haben. b) Wenn man auch beide als Stammverwandte ansehen könnte, so würde man immer noch zweifelhaft seyn, ob der gemeinschaftliche Stammsitz beider an der Weser oder am Rhein zu suchen sey, Die schwäbische Familie kann eben sowol aus Sachsen stammen, als die sächsische aus Schwaben.

 

a) Die Familie, welche die Everstein, nicht weit von der Weser besaß, werden wir zur Unterscheidung von der in Schwaben, die säcjsische nennen. b) Leibnitz in praef. Ad. T. II. S. Rer. Bruns. p. 47. ist nicht abgeneigt, die sächsische Familie von der schwäbischen abstammen zu laßen. Er hat keine Gründe angegeben.

 

In einzelnen Fällen muß man zweifelhaft seyn, ob man einen Genannten zu der schwäbischen, oder sächsischen Familie rechnen soll. Wenn das Siegel nicht entscheidet, oder nicht kundbar Everstein geschrieben ist – so nannte sich gewöhnlich die sächsische Familie – müßen Nebemumstände, als: Aussteller der Urkunde, Wohnort der Zeugenu. Die Bestimmung an die Hand geben, wenn es überhaupt wichtig erscheint, den Zweifel zu lösen.

 

Obgleich die Geschichte der schwäbischen Grafen von Eberstein, deren Mannstamm mit dem Grafen Casimir (22. Dec. 1660) erlosch und deren Besitzungen dem markgräflich Badenschen Hause zufielen, hier nicht behandelt wird, so dienet die bis zum Jahre 1461 – zu welcher Zeit die Eversteiner an der Weser verschwinden – mitgetheilte Stammtafel (f. Stammtafel I.) dazu, Mißverständnisse zu vermeiden. a)

 

a) Diese Stammtafel ist aus G. E. L. Preußschen’s Beitr. Z. Erläut. der Succeßionsordnung in Reichsländern f. Carlsruher nüzl. Saml. Bd. I. S. 426. abgedruckt, wo von dem Verfasser bemerkt wird, daß er mehreren Personen, als Adelheit, des Grafen Gotfried von Sponheim Frau; Mathilde, des Pfalzgrafen Rudolf in in Tübingen Frau; Conrad V. Bischof von Speyer; (1238 – 1245. Würdtwein nov. subs. D. I. 147.)  Conrad, Abt zu Clingemünster; Luccard,(1313) des Rudolf, Markgrafen von Baden Frau; und der Maria, Heinrichs Frau (†1419) keine Plätze anzuweisen wiße. Eine Stammtafel über die Nachkommenschaft des Grafen Johann, eines Sohnes Bernhard I. von 1461 bis zum Tode des letzten Grafen Casimir, findet man bie Imhof in not. Proc. P. 344. Bei Wenck H. L. G. II. Urk. B. nr. 147 p. 175 kommen 1251 OttoDer jüngere, nebst seiner an Heinrich Edlen von Lichtenberc verheirateten Tochter Adelheid Und seinen Brüderrn Eberhard dem Älteren und einem Probst in Straßburg vor, so wie bei Würdtwein in subs. Dipl. IX. 1272 Otto, ein Onkel des Bischofs Eberhard von Worms und Heinrichs, Bischofs von Speyer (Graf von Leiningen f. Würdtwein in nov. subs. Dipl. I. 148) Nebst seinem Sohne Wolfelin, welche in die mitgetheilte Stammtafel auch nicht eingeschaltet werden können. Diese Stammtafel wird aus neueren Urkunden-Sammlungen, namentlich aus Günther’s Cod. Dipl. Rheno mosellan aus Würdtwein’s Urkunden-Büchern, Schannat’s vindem. Liter. Coll. I. und besonders dem p. 164 mitgetheilten Necrologie Lucidac-Vallis und anderen noch berichtigt werden können.

 

Kundbar gehören die Grafen von Everstein, welche an der Weser, an der Diemel und im Paderbornschen, an der Leine, bei Göttingen und in der Umgegend begütert waren, zu einer Familie, von welcher und deren Gütern hier zunächst die Rede seyn wird.

 

Die Grafen von Everstein im Vogtlande, in Pommern und in Dänemark müßen zu dieser Familie gezählt, ihrer kann jedoch nur im Allgemeinen erwähnt werde.

 

Von Jenen ist also die Rede und es wird nicht unangemeßen seyn, zuerst ihre Güter aufzuzählen, indem aus diesen Verhältnißen, unter Berücksichtigung der alten Verfaßung, vielleicht die ältere dunkelere Geschichte einige Erläuterung findet. 

 
Veranstaltungen
 

Nächste Veranstaltungen:

06. 08. 2020 - 14:00 Uhr
 
07. 08. 2020 - 09:00 Uhr
 
08. 08. 2020 - 10:00 Uhr
 
 
 
Wetter
 

 

Klicken Sie hier, um die Inhalte von "kachelmannwetter.com" anzuzeigen
Beim Aufruf gelten abweichende Datenschutzbestimmungen der Webseite "kachelmannwetter.com"
kachelmannwetter.com