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Friedrich Wittkopp


    

Friedrich Wittkopp zum Gedächtnis

Von Wolfgang Wagner

 

Friedrich_Wittkopp_01.jpgKaum zwei Monate vor Erreichung seines 88. Lebensjahres verstarb der Heimatforscher Friedrich Wittkopp in Celle-Scheuen. Als ältester Sohn des Maurerpoliers Friedrich Wittkopp und seiner Frau Dorette, wurde er am 29.9.1901 in dem Schifferdorf Heinsen geboren. Nach seinem Volksschulbesuch folgte eine Lehrerpräparande von 1916 bis 1919 in Hameln. Im Anschluss besuchte er ein Seminar, das er 1922 mit der Lehrerprüfung abschloss.

 

Schon früh interessierte er sich für die Geschichte seines Geburtsortes, notierte sich die Hausinschriften und lauschte den Überlieferungen der älteren Einwohner. Einen entscheidenden Anstoß erhielt er vermutlich durch die Dissertation von Schnath „Die Herrschaften Everstein, Homburg und Spiegelberg“, die 1922 als Publikation erschienen war und ihn bei seinen weiteren Arbeiten begleitete.


1922 verzieht Wittkopp nach Celle und arbeitet dort in einem Fremdberuf, da nicht genügend Planstellen zur Verfügung stehen und eine Einstellung als Lehrer bis 1928 auf sich warten lässt. Die Nähe zum Archiv in Hannover fördert seine Nachforschungen erheblich. Und so verbringt er in den folgenden Jahren häufig viele Stunden sowie zahlreiche Tage seines Urlaubs im Archiv, um die Akten und Urkunden aus dem ehemaligen Amt Polle in mühevoller Kleinarbeit und wissenschaftlicher Akribie auszuwerten. Es entstehen Materialsammlungen und erste Gedanken zu einer Ortsgeschichte seines Heimatortes Heinsen.

 

Unterbrochen werden seine Arbeiten und sein beruflicher Werdegang durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Im Frühjahr 1942 wurde er zum Militärdienst eingezogen und erhielt eine Ausbildung als Sanitäter. Aus amerikanischer Gefangenschaft kehrte er im Juni 1946 zu seiner Familie zurück. Es folgten die schweren Jahre der Nachkriegszeit mit der Besatzung, der Wohnungsnot, den Existenzproblemen und den Verkehrsschwierigkeiten. Der Druck eines Heimatbuches konnte im Dezember 1951 beschlossen werden, die Herausgabe verzögerte sich aber noch bis 1957. Das Echo der Fachleute zu der Neuerscheinung „Heinsen – Die Geschichte eines Oberweserdorfes“ war erfreulich positiv und ließ sich durch zahlreiche Buchbesprechungen belegen.

Auch nach seinem Hauptwerk setzt sich Friedrich Wittkopp nicht zur Ruhe. Es folgen weitere einzelne Veröffentlichungen über die Geschichte des Flecken Polles. Seine Aufsätze erschienen häufig in der Deister- und Weserzeitung in Hameln und im Täglichen Anzeiger in Holzminden und wurden somit einem breiten heimatkundlichen Leserkreis angeboten. Insgesamt sind es über drei Dutzend Einzelveröffentlichungen, die von den Heimatzeitungen gedruckt wurden. Aber auch in seinem Heimatort Celle beteiligte er sich an Grabungen, arbeitet über Mundarten für das Niedersächsische Wörterbuch in Göttingen und betreibt genealogische Nachforschungen. Sein Interesse galt den Mühlen, hier insbesondere den Schiffsmühlen.

Auch nach seiner Pensionierung im Dezember 1966 unterrichtet er noch weitere vier Jahre an der Schule für Spätaussiedler in Celle. Regelmäßig besuchte er seine Schwester in Polle und forschte in den Kirchenarchiven der umliegenden Orte. Auch jetzt kam der Pensionär Wittkopp nicht zur Ruhe.

Das Fest der Goldenen Hochzeit konnte er 1978 mit seiner Frau gemeinsam feiern. Sein Buch, welches schon längere Zeit vergriffen war, wurde in 300 Exemplaren nachgedruckt und im Oktober 1978 der Gemeinde Heinsen übergeben.

Im Februar 1983 wurde er aufgrund „seiner Leistungen und seiner gewissenhaften Forschungsarbeiten“ mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens in Celle ausgezeichnet. Die Gemeinde Heinsen verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft, und der Heimat- und Kulturverein ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Auch jetzt verfolgte er noch gern das Geschehen in seinem Heimatort und fühlte sich mit diesem verbunden. Seine umfangreichen Forschungsunterlagen bekam die Gemeinde Heinsen. Das Schifffahrtsmuseum erhielt von ihm verschiedene Exponate, darunter das Modell einer Schiffsmühle.

Im Juli 1987 verstarb seine Frau, dieses war für ihn ein schwerer Schicksalsschlag. Im Mai 1988 folgte er noch eine Einladung anlässlich des 400. Jubiläums der Schule Heinsen, konnte dort die Festrede halten und an den Feierlichkeiten teilnehmen. Schon jetzt war er von der schweren Krankheit gezeichnet, die nur wenige Monate später einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machte. Danach zog er zu seiner Tochter nach Celle-Scheuen. Am 30. Juli 1989 endete nach schwerer Krankheit ein bewegtes und erfülltes Forscherleben.   

 
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