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Nachrichten aus den Kriegsjahren (Zweiter Weltkrieg) aus Polle

Nachrichten aus den Kriegsjahren (Zweiter Weltkrieg) aus Polle

Die Deister- und Weserzeitung berichtet aus Polle!

(Die Tage der Veröffentlichung sind leider nicht mehr festzustellen, vermutlich aus den Kriegsjahren?)

Der „Schäferhof“ in Polle


Aussterbende Geschlechter im Weserbergland

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Rekonstruktion des „Schäferhofes“
Zeichnung: Prigge

Polle. Es ist ganz erstaunlich, was für eine Unmenge von Namen adeliger Geschlechter man in Berichten über mittelalterliche Verhältnisse in unserer Heimat findet. So werden z. B. als Bürgen für den von Lippe-Everstein im Jahre 1404 in der Schlacht am Ohrberge bei Hameln gefangenen Herzog Heinrich von Braunschweig allein 140 Adelige genannt. Aehnliche Zusammenstellungen von Namen kann man anläßlich bald allen größeren Ereignisse und Zusammenkünfte jener Zeiten durchführen, falls nur genügend Unterlagen vorliegen.

Wo sind alle diese Familien geblieben?  Es ist so, als ob ein unseliges Geschick ein Feudalgeschlecht nach dem anderen früher oder später aussterben läßt. Daß es auch prächtige Ausnahmen gibt, die Jahrhunderte durch bis heute tapfer durchgehalten haben, weiß jeder, der im Oberwesergebiet ein wenig Umschau gehalten hat., aber die große Mehrzahl verschwindet eben zu irgend einem Zeitpunkt auf Nimmerwiedersehen. Rassenvermischung kommt für unsere alten einheimischen Geschlechter kaum in Frage, denn die Edelfrauen der alten Zeit tragen fast durchweg beste deutsche, meist niedersächsische Namen, selten findet man eine Ausländerin dazwischen. Den Fehde- und Schlachtentod ist selten einmal ein Letzter seines Geschlechtes gestorben, wie z. B. Friedrich von Spiegelberg 1557 in der Schlacht von St. Quentin. Mit ihm verliert die um Coppenbrügge herumliegende Grafschaft Spiegelberg ihr Herrengeschlecht. Unregelmäßige Lebensweise, denen die Adeligen noch besonders ausgesetzt waren, mag zu den genannten Erscheinungen beigetragen haben, sie kann aber nicht die Grundursache sein, denn das Aussterben der Feudalherren setzt sich z. T. bis in unsere Zeit fort.

An die Stelle der verschwundenen Geschlechter treten in den letzten Jahrhunderten häufig neue, die in unserer Gegend ursprünglich nicht beheimatet gewesen sind. So hat z. B. die auch längst erloschene Pyrmonter Oberschicht nacheinander mehrere solcher „Inhucker“ gesehen. Aber auch ihre Geschlechterfolge reißt häufig ab. Die Herren von Heimbruch in Polle, die sich 1603 aus der Harburger Gegend, wo sie noch den Grafentitel führten, nach einer verlorenen Fehde gegen Herzog Otto von Harburg zur Weser wandten, starben kurz vor 1880  aus. Ihre Ländereien erbt die Familie des dänischen Grafen von Reventlow. Der jetzige Besitzer und ebenfalls kinderlose Vertreter dieses Namens erbaute vor nunmehr 12 Jahren auf dem Hebenberge, westlich von Polle, inmitten seines Besitztumes, den imposanten Bau des Schlosses „Sonnenberg“, das gleichzeitig mit Köterberghaus und Poller Jugendherberge errichtet wurde.

Der im Nordosten Polles steil über der Weser gelegene ehemalige von Heimbruchsche Gutshof wurde schon in den 1860er Jahren an die Gemeinde Polle verkauft. Die Gebäude wurden abgerissen und der Hofraum mit 13 Wohngebäuden, darunter die 1869 erbaute „Kantorschule“ zugebaut, so daß heute nichts mehr davon zu erkennen ist. In der hier beigefügten Abbildung (siehe oben) wurde der ehemalige, etwa zwei Morgen große „Schäferhof“ genannte Hofraum mit Hilfe der beiden ältesten Einwohner Polles rekonstruiert. An Ort und Stelle wurden die ehemaligen Verhältnisse genau festgelegt und kartiert, die entstehende Zeichnung durch die beiden 90 und 84 Jahre alten Herren, die kurz darauf starben, kontrolliert.  Die Umgebung des Gutshofes, in dessen Mitte das von Heimbruchsche Wohnhaus stand, ist heute noch dieselbe. Im Hintergrunde sieht man die Häuser der Brinkstraße, links, ganz vorn das ehemalige , jetzt im Privatbesitz befindliche frühere Schulgebäude und vorn den Stall der Pfarrhauses. Der Fall mag ein Beispiel sein, wie nötig es ist, jede noch irgendwie lebendige mündliche Ueberlieferung beschleunigt festzulegen, ehe sie ganz verloren geht. Wir Heutigen kommen leider für manches, was bereits unwiederbringlich versunken ist, zu spät.

Lehrer Prigge, Polle

Abschiedsfeier der Arbeitsmaiden.

Polle.  Am Sonntagnachmittag verabschiedeten sich im Saale des Hotels zur Krone in Polle die 44 Mädel vom weiblichen Arbeitsdienst, die seit dem  1. April in der Jugendherberge Polle untergebracht waren, von ihren Arbeitgebern aus Polle, Heinsen und Brevörde. Ein halbes Jahr waren sie der Landwirtschaft in den drei Orten die guten Geister gewesen, die über Leutenot und drängende Erntearbeit getreulich mit hinweggeholfen hatten. Jeden Morgen sah man sie in ihren blauen Lagerkleidern und hohen Stiefeln zur Arbeit ausziehen, von der sie erst abends müde, aber befriedigt in ihr schönes Heim zurückkehrten. Beim Abschied gab es allerhand nette Darbietungen, in deren Mittelpunkt die Aufführung des Grimmschen Märchens: „De Fischer und sine Fru“ stand. Warme, verbindende Worte fand der als Vertreter der Landwirtschaft erschienene Kreisbauernführer Glenewinkel. Hiernach saß jedes Mädel in bunter Reihe bei „seiner Familie“. Ende der Woche werden alle abreisen nach ihrer bei Hannover und Magdeburg gelegenen Heimat, um einer neuen Besatzung von 36 Mädeln Platz zu machen.

Die Poller Arbeitsmaiden nahmen Abschied.

Polle.  Am 2. Osterabend verabschiedete sich die aus 43 Mädeln bestehende hiesige Arbeitsdienstgruppe durch einen bunten Abend im Saale des Burghotels von der Poller Bevölkerung. sie hatten ihren Wohnsitz in der hoch über der Weser liegenden Jugendherberge aufgeschlagen und werden nun am Ende des Monats nach allen Richtungen auseinanderfliegen, um anschließend einer neuen Gruppe Platz zu machen. Wie sehr die eifrigen Helferinnen, die zum Teil auch zur Aushilfe nach den Nachbardörfern hinübergingen, den Einwohnern ans Herz gewachsen waren, bewies der bis vor die Eingangstüren hinaus überfüllte Saal. Den größten Anklang fanden natürlich bei den Besuchern des Abends die heiteren Darbietungen, aber es war auch viel Ernstes dabei. Vor allen Dingen sollte den Erschienenen durch kleine Vorträge, Wechselgespräche, sportliche Vorführungen, Lektionen und dergleichen ein Einblick in die Tagesarbeit des Arbeitsdienstes gegeben werden. Ein gemütliches Beisammensein schloß den netten Abend.

 

Die Lehrer schaffen es.

Polle.  Trotz der Einziehung von Lehrkräften im ganzen Talkessel wird der Unterricht bei allen Schwierigkeiten fortgesetzt. Zum Teil kommen die Kinder jeden zweiten Tag zur Schule. Pegestorf wird von Bodenwerder aus mit unterrichtet, Meiborßen und Vahlbruch von Heinsen, Brevörde von Polle.

Ueber Erwarten gut,

Polle.  Am Donnerstag fanden auf dem hiesigen Sportplatz die Reichsjugendwettkämpfe  der Schulen Pegestorf, Brevörde, Polle und Heinsen statt. Trotzdem an ein vorbereitendes Training in diesem Kriegsjahre kaum gedacht werden konnte, waren die Ergebnisse immerhin über erwarten gut.


Polle.  am 31. August feiert Franz Czikowki seinen 84. Geburtstag. Seine Ehefrau Minna wird am 2. September 77 Jahre alt.

 

Polles neuer Schießstand eingeweiht

 

In Gemeinschaftsarbeit entstanden – Eine Musteranlage, die jeden Schützen Freude bereitet

Polle.  Am Sonntag und Montag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der Partei an Stelle des früheren  Schützenfestes ein groß aufgezogenes Volksfest mit Einweihung des neuen Schießstandes.

 

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Am Montag weihte Kreisleiter   D r ö g e  den neuen Poller Schießstand ein
Zeichnung:  J. Prigge.

Nachdem der Sonnabend einschließlich des abendlichen Zapfenstreiches, mit dem das Fest eröffnet wurde, gänzlich verregnete, freute man sich an den beiden folgenden Tagen desto mehr des herrlichen Sonnennscheines. Dazu hatte die Poller es sich nicht nehmen lassen, ihren Ort blitzsauber zu machen und ihn aufs beste zu schmücken, was sich schon wegen der vielen Fremden, die besonders am Sonntag zahlreich an dem Fest teilnahmen, wirklich lohnte. Nach dem Umzug mit zwei Musikkapellen und vielen Fahnen am Sonntagnachmittag, hielt Schulungsleiter Pg. Bergmann auf dem Sportplatz, wo die Festzelte aufgeschlagen waren, die Festrede. Er leuchtete in sarkastisch treffenden Redewendungen besonders in den politischen Wirrwarr der augenblicklichen außerdeutschen Lage hinein, stellte aber auch die eisenfeste Geschlossenheit heraus, mit welcher wir gegen alle Widerstände Front machen würden.

 

Am Montagmorgen weihte Kreisleiter Dröge, Hameln, mit einer besonders den Wert der Gemeinschaftsarbeit unterstreichenden Ansprache den neuen Poller Schießstand ein und schickte dann die ersten Schüsse zur Scheibe hinüber. Der Stand ist im letzten Frühjahr etwa 100 Meter vom alten entfernt, fast gänzlich durch Gemeinschaftsarbeit der Poller Einwohner geschaffen worden. Das an einem Berghang 3 Meter über dem Festplatz „im Glase“ liegende neue Schießhaus ist in seiner Anlage und in seiner entzückenden Farbigkeit eine Musteranlage geworden, die jedem Besucher nur Freude machen wird. Das Innere ist etwa im Charakter des Köterberghauses sehr geschmackvoll mit Sperrholz verkleidet.

Erster Schützenkönig dieses Hauses wurde der Landstraßenwärter Georg Hansmann, Polle. Das gesamte übrige Programm des Festes galt dem Frohsinn und dem Tanz. – Eine Nachfeier in ähnlichem Rahmen wird am kommenden Sonntag stattfinden.   

 

Schulungsabend der Partei.

Polle.  Im Rahmen der Großversammlungsaktion des Bückebergkreises sprach Kreisredner Pg. Reininghaus am Sonnabendabend im Burghotel. Der Redner zog zunächst Parallelen zwischen dem neuen sozialen Volksgeist und der rassischen Wiedergeburt bei uns und den noch wenig erfreulichen Erscheinungen auf diesen Gebieten in den plutokratischen Ländern. Der Vortragsabend wurde von Schulungsleiter Bergmann geschickt eingeleitet und abgeschlossen.


Künstlerabend.


Polle.  Einen sehr ansprechenden bunten Abend veranstaltete die NSG.  „Kraft durch Freude“ für die Bevölkerung am Mittwochabend mit einer kleinen hannoverschen Künstlertruppe im Hotel zur Krone. Die mit Schubert und anderen Liedern durch- setzten Darbietungen, die zwischen heiterer Beschwingtheit und grotesker Ulkerei wechselten, waren größtenteils dem Kostüm und der Ausdrucksform der Biedermeierzeit angeglichen. Tänze, musikalische Darbietungen und mehrere kleine in Liebesspiele eingekleidete scherzhafte Aufführungen wechselten miteinander ab. Die geschmackvoll ausgekleidete Bühne gab für die bunten Szenen des Abends einen guten Rahmen.


In Polle lernt man tanzen.

Polle.  In den letzten Wochen wurde eine große Anzahl junger Leute beiderlei Geschlechts aus Polle, Heinsen, Brevörde und Grave in Polle zu einem Tanzkursus zusammengezogen. Im „Hotel zur Krone“ fand dann am Sonnabendabend mit allerhand Sonderdarbietungen der festliche Abschluß des Kursus statt. Zahlreiche Eltern und Freunde verlebten mit den Kursisten einen ungezwungenen fröhlichen Abend.

Von Bismarck bis heute

Kreisleiter   D r ö g e   sprach über die politische Lage.

Polle.  Im Rahmen der zur Zeit laufenden Kreisrednerabende der Partei sprach am Mittwochabend Kreisleiter Dröge im Saale des Hotels „Zur Krone“ in Polle zur hiesigen Bevölkerung. Durch die Art, wie der Redner fest umschlossene Gedankenkreise, ohne Bekanntes nur als solches heranzuziehen, und geschichtliche Abläufe der letzten 25 Jahre mit dem gewaltigen Geschehen der Jetztzeit verknüpfte, wusste er seine Zuhörer sichtlich zu fesseln. So sprach er über den Ablauf unserer wirtschaftlichen und politischen Südost- und Ostpolitik, ging von Bismarcks Bestreben aus zur Entwicklung des deutsch-russischen Verhältnisses über, das dem Redner wiederum Gelegenheit gab, bei der Rohstofffrage zu verweilen. Schließlich wurden interessante Vergleiche gezogen zwischen der Art der Kriegsvorbereitung und heute. Seitenblicke auf die Einkreisungs- und Flugblattpolitik unserer Gegner, auf die beiderseitigen Rüstungen zu Lande und zu Wasser, auf die Judenfrage und das Kolonialproblem wurden eingestreut. Zum Schluß gab der Redner praktische Weisungen zur Stärkung der inneren Front. Damit fand ein beachtenswerter Abend seinen Ausklang.

Theaterabend der Niedersächsischen Landesbühne.

 

Polle.  Am Sonntagabend spielte die „Niedersächsische Landesbühne“, Hannover, im „Hotel zur Krone“ den „Frontgockel“. Das Gewirr von Geschehnissen, das sich um den stolzen, bereits im Anfang des Stückes im Kochtopf verschwundenen Beherrscher eines Hühnerhofes hinter der französischen Weltkriegsfront herum abspielte, erheiterte 21/2  Stunden lang die Erschienenen in dem brechend vollen Saale. Der Abend schloß mit gemütlichem Beisammensein und Tanz.

Oeffentlicher Rednerabend der NSDAP


Polle.   Am Sonnabendabend sprach im „Hotel zur Krone“ Sturmhauptführer Pg. Haack aus Münster i. W. über die Verhältnisse des Ostens. Der Redner, der als Mitglied der Umsiedlungskommission in der Ukraine tätig gewesen war, bot in erster Linie Selbsterlebtes. Mit unzähligen kleinen Einzelschilderungen wusste er die dortigen Verhältnisse und besonders die neuen deutsch-russischen Beziehungen in höchst interessanter Weise zu beleuchten. Auch die zum Schluß gebotenen Ansichten über die politische Lage der Neutralen fanden sichtlich lebhafte Beachtung.

Wunschkonzert der Kriegerkameradschaft.

 

Polle.  Am Sonntagabend veranstaltete die Kriegerkameradschaft im Burghotel das erste Wunschkonzert unseres Ortes. In über drei Programmstunden wurden 47, mit viel Geschmack und viel Liebhaberei gewünschte Musikstücke zu Gehör gebracht. Zwanzig davon hatte die rührige Feuerwehrkapelle Polle-Heinsen zum Vortrag übernommen. 26 weitere Tonstücke spielte eine kleine Hauskapelle von Berufsmusikern aus Holzminden, ein Gesangsstück wurde von einem hiesigen Quartett gesungen. Den verbindenden Ansager machte Malermeister Göhmann äußerst geschickt. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem WHW zugute.

Einen Rosinenpuffer für unseren Führer

Eine wahre Begebenheit   Okt. 1934

Frau Jakob ist eine sehr resolute Frau, daß muß ihr der Neid lassen. Und blitzsauber ist sie auch. Blitzsauber auch ihr Gasthof „Zur Burg“, in Polle bei Holzminden an der Weser, direkt an der Straße gelegen. Heute ist er ganz besonders sauber, und feierlich geschmückt obendrein. Girlanden von Balken zu Balken drinnen im Saal, Girlanden draußen an der Tür. Drinnen das Bild eines Führers an der Wand, draußen über dem Pfosten ein „Heil Hitler“ und „Willkommen dem Führer!“ Denn der große Tag von Bückeburg ist vorbei. Die Bauern kehren heim und mit ihnen auch der Führer. Aber der muß an ihrem Gasthof vorbei und sie wird ihn nun endlich einmal sehen können. Sie will ihn sehen, nein, sie muß ihn sehen. Heute ist die Gelegenheit günstig. Wann wird er je wieder durch den Ort kommen, wann wird sie jemals nach der Stadt fahren können, wenn er dort weilt? Der Betrieb fesselt sie ja an das Haus.

So hat also an der Tür Aufstellung genommen, und ihr Junge, mit einem großen Rosenstrauß bewaffnet, harrt mit ihr auf den großen Augenblick, da der Wagen mit unserem Kanzler vorbeirasen wird. Das lange Warten verdrießt weder sie noch den Jungen.

Da – endlich naht das Auto. Und welches Glück! Es fährt langsam durch den Ort. Der Junge tritt ihm entgegen und reicht den Rosenstrauß in den Wagen. Der Führer lächelt und streckt die Hand aus, ihn in Empfang zu nehmen.

Wie gesagt, Frau Jakob ist eine resolute Frau. Mit einem Satz springt sie auf das Trittbrett und ergreift die ausgestreckte Hand und läßt sie nicht mehr los, hält sie mit beiden Händen umklammert und nötigt ihn, sich den geschmückten Saal anzusehen. Da kann er nicht anders. Er muß den Bitten dieser Frau folgen, und steigt aus dem Wagen und geht mit ihr ins Haus. Hier steht er nun und sieht den schlichten Schmuck und fühlt die grenzenlose Liebe dieser Frau zu ihm, ihrem geliebten Führer. Da mag es heiß in ihm emporgestiegen sein vor Dankbarkeit und inniger Rührung ob dieser treue dieser schlichten Frau, der Repräsentantin der deutschen Mutter, der Frau des Volkes, das ihn so unendlich liebt. Stumm steht er da und bewundert, und empfindet den Dank für seine große Mühe und Arbeit und will auch ihr Danken. Aber sie ist verschwunden. Und während er noch steht und schaut und sucht, kommt sie mit einem großen Rosinenpuffer, den sie derweilen aus der Küche geholt hat, und den drückt sie ihm in die Hände mit den Worten: „So, den nehmen sie mit und den essen sie ganz allein. Der ist nur für sie!“

Da lächelt er gerührt und nimmt ihn mit in seinen Wagen, der ihn nach dieser kurzen aber so inhaltsreichen Szene weiterträgt zu neuer Arbeit, eine glückliche Frau zurücklassend.

O.H.H.

Erntedankfeier auf der Poller Burg

Polle.  Am Erntedanktage hatte der Ortsgruppenleiter die Einwohner zu einer gemeinsamen Feier auf der Burg eingeladen. Die Ausschmückung der Burg hatte die Poller Jugend übernommen. RAD. der weibl. Jugend und KLB=Lager verschönten die Feier durch Gesang und Reigen. Ortsbauernführer L Mönkemeyer überreichte im Namen der Orstbauernschaft dem Ortsgruppenleiter die Erntekrone. Daran schloß sich die Ansprache des Ortsgruppenleiters, der in warmen Worten den Bauern und Bäuerinnen den Dank für die im verflossenen Jahr geleistete Arbeit aussprach. Nach einigen von der Jugend vorgetragenen Musikstücken und dem gemeinsamen gesungenen Niedersachsenlied fand die Feier mit der Führerehrung und den Nationalhymnen ihren Abschluß.

Italienischer Krieggefangener dankt

Polle.  Von einem Leser der „NTZ.“, dem Pg. W. Klenke, erhielten wir den Brief eines ehemaligen italienischen Kriegsgefangenen zugestellt. Mit Einverständnis des Empfängers teilen wir unseren Lesern einiges aus diesem Briefe mit. Der in einem Orte bei Turin wohnende Italiener war 1917/18 als Kriegsgefangener hier untergebracht und arbeitete bei dem Schwiegervater des Pg. Klenke. Er schreibt eingangs, daß sich ihm die Gelegenheit biete, durch eine dort weilende Deutsche den Brief geschrieben zu bekommen. Weiter teilt er mit, daß er trotz der damals für ihn sehr schweren Zeit wegen der guten Behandlung, die er hier erfahren habe, gern an die in Polle verlebte Zeit denke. Nach einigen Mitteilungen über seine Familie schreibt er dann wörtlich: „Ich verfolge den Aufbau in Deutschland mit großem Interesse und ich sowie auch jeder andere Italiener freut sich, daß Deutschland und Italien sich die Hand reichen zum Frieden. Auch wir hier rufen Ihnen zu „Heil Hitler!“. Wenn Sie mal Gelegenheit haben, so kommen Sie doch auch das faschistische Italien bewundern, für mich wäre es eine große Freude, wenn ich Sie in Andezeno als mein Gast begrüßen könnte.“ Zum Schluß bittet der Absender um recht baldige Antwort. Diesem Wunsche ist bereits nachgekommen. Dieser Brief eines ehemaligen Kriegsgefangenen ist ein Beweis dafür, welches Ansehen das neue Deutschland Adolfs Hitlers in Italien trotz aller Hetze im Ausland genießt!

 
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