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Die jüdische Gemeinde Polle

Den folgenden Text zum jüdischen Leben in Polle haben wir samt Abbildungen in Auszügen dem Buch von Bernhard Gelderblom, Jüdisches Leben im mittleren Weserraum zwischen Hehlen und Polle. Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu seiner Vernichtung in der nationalsozialistischen Zeit. Ein Gedenkbuch, Holzminden 2003, S. 251-273, entnommen.
 

Die jüdische Gemeinde Polle

 

Zum Inhalt:

 

Aus der Geschichte des Ortes
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde im 18. und 19. Jahrhundert
Die Geschichte der Juden von Polle im 20. Jahrhundert
Die Namen der Opfer
Politische und religiöse Zugehörigkeit der Gemeinde
Gesamteinwohnerzahl / darunter Juden
Quellen und Literatur

 

Aus der Geschichte des Ortes

 

Polle wird erstmal 1285 erwähnt, als die Grafen von Everstein dort eine Burg errichteten. Das unter dem Burgberg entstandene Polle erlangte im 14. Jahrhundert Fleckenprivilegien. Ab 1504 war der kleine Ort Sitz eines Amtes, das 1850 14 Ortschaften mit nicht einmal 4.500 Einwohnern inmitten braunschweigischer und lippischer Gebiete verwaltete. Der Ort lebte, abgesehen von der Landwirtschaft und etwas ländlichem Gewerbe, vom Weserzoll, der dort bis 1815 erhoben wurde, und von der Weserfähre. Polle lag abseits wichtiger Straßen und konnte sich wirtschaftlich kaum entwickeln. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung ein.

 

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde im 18. und 19. Jahrhundert

 

Abgesehen von der kurzfristigen Anwesenheit des bedeutenden Kaufmanns Israel Schay im Jahr 1583 sind Juden in Polle erst für 1686/1689 nachweisbar. Isaac Levi und Sußmann Moses besaßen damals Schutzbriefe auf Polle. Beide waren verheiratet und hatten Kinder. Isaac Levis Witwe Judith heiratete später Matthias und war auch noch 1702 in Polle ansässig. Sußmann Moses war zu diesem Zeitpunkt bereits nach Bodenwerder verzogen. Für das 18. Jahrhundert gibt es nur einen Hinweis: Itzig hatte 1758 keinen Beitrag zum Landrabbinergehalt gezahlt. 1809 lebten mehrere Schutzjuden in Polle; namentlich erwähnt werden der Schächter Abraham sowie Samuel und Coppel Manheimer. 1825 bestand die jüdische Gemeinde aus sechs Haushalten. In diesem Jahr wählten die Poller Juden den am längsten dort ansässigen Abraham Nachmann zu ihrem Vorsteher. Als Schächter fungierte der Handelsmann Moses Wolf, der später den Namen Rosenstern annahm.

Bei der Festsetzung der Synagogenbezirke wurde 1843 Polle mit Bodenwerder zusammengelegt und Polle zum Ort des Gottesdienstes bestimmt. Faktisch fand aber kein Zusammenschluss statt, denn die Juden im 14 Km entfernten Bodenwerder beharrten auf ihrem eigenen Gottesdienst. Die nie zustande gekommene Vereinigung der beiden Gemeinden wurde 1889 amtlich aufgehoben. In Polle wurde der Gottesdienst vermutlich im Obergeschoss des hinteren Teiles des Hauses Burgstraße 12  abgehalten.

 

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Synagoge Polle, Burgstraße 12

 

Das Gebäude war in christlichem Besitz, aber zwei große Räume,von denen der eine als Tempel diente, waren an die jüdische Gemeinde vermietet. 1868 wurden 13 Taler Synagogenmiete gezahlt; daneben verzeichnet der Gemeindehaushalt noch Kosten für die Restauration der Thora, die Synagogeneinrichtung und die Anschaffung von Instrumenten zur Ausübung des Gottesdienstes. 1867/68 wurde der Friedhof, weit oberhalb des Dorfes gelegen, eingefriedet. Eine Mikwe war nicht vorhanden. Als Gemeindevorsteher amtierten im 19. Jahrhundert vorwiegend Angehörige der Familien Nachmann und Hodenberg. Jüdischer Religionsunterricht fand in Polle selten statt. 1838 wurde zwar in Anwesenheit des Landrabbiners eine Regelung für den Reihetisch des Lehrers beschlossen, die Anwesenheit von Lehrern ist aber  bisher nur für 1844 (wahrscheinlich Joseph Nachmann,  der zwei  Jahre

 

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Haus Heinemann Lehmann, Burgstraße 15

 

später in Münder unterrichtet) nachgewiesen. Die Zahl der schulpflichtigen Kinder war gering: 1846/47 und auch 1860 gab es nur vier bzw. fünf, die in der christlichen Schule unterrichtet wurden. Erst 1868 veranlasste der Landrabbiner die Ausschreibung einer Lehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle, obwohl zu diesem Zeitpunk nur in der Familie Nachmann schulpflichtige Kinder waren. Trotz einer 1869 aus dem Provinzialfonds bewilligten Beihilfe fand sich kein Interessent. 1889 suchte Bernhard Hodenberg privat eine Erzieherin für seine Kinder. 

 

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Haus Julius Nachmann Marktstraße 9

 

1847 bestand die jüdische Gemeinde Polle aus vier Haushalten mit zusammen 29 Personen. Itzig Rosenstern arbeitete als Rosshändler, Heinemann Lehmann als Schlachter; beide besaßen ein Haus. Joseph Nachmann war Manufakturwaren- und Hokenhändler. Die Familie des Meier  Abraham Nachmann hatte  kein  Vermögen. Die Gemeinde war vergleichsweise

 

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Haus Hodenberg, Marktstraße 11

 

arm, nur Rosensterns Einkommen ragte etwas heraus. Die Familie Lehmann verließ Polle um 1854, die Familie Rosenstern zog 1972 nach Hemmendorf. In den 1870er Jahren stieg die Zahl der Steuerpflichtigen auf bis zu 15 an, von denen aber mehrere mittellos waren. 1873 gab es fünf jüdische Haushalte im eigenen Haus. Als wohlhabend galten der Schlachter und Viehhändler Joseph Hodenberg und seine Söhne. Hodenberg verließ Polle vor 1900; einer seiner Söhne verlegte sein Manufakturengeschäft nach Holzminden. Julis Nachmann ging einige Jahre später ebenfalls nach Holzminden.

 

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Abbildung oben: Haus Nachmann, Burgstraße 27
Abbildung unten:Max Nachmann (mit Fliege und Glatze)

 

Die Geschichte der Juden von Polle im 20. Jahrhundert

 

1909 lebten noch 15 Juden in Polle. Ab 1912 wird nur noch die Familie Nachmann genannt. Die Gemeinde war erloschen. In ihrem Haus in der Burgstraße 27 betrieben Nachmanns die „Manufaktur- und Modewarenhandlung Nachmann Meier Nachmann“, die schon in den 1860er Jahren als Manufaktur- und Kolonialwarenhandlung bestanden hatte. Das gut gehende Kleidergeschäft hatte einen Einzugsbereich bis Rühle, Pegestorf und Ottenstein. Der im Dorf angesehene Max Nachmann zog mit seinem Musterkoffer über die Dörfer und betätigte sich hin und wieder als Heiratsvermittler. Sohn Robert war Mitglied im Verein „Frohsinn“. Bereits 1922 nahm Nachmann seinen Angestellten Wilhelm Klages als Teilhaber auf. Nach 1933 bat er ihn, in die NSDAP einzutreten, um Boykottmaßnahmen gegen das Geschäft vorzubeugen. Auf Bitten Nachmanns wurde Klages am 4. Juli 1935 Alleininhaber. Nachmann, der weiter im Laden verkaufte, wohnte zusammen mit seiner Frau in der Wohnung über dem Geschäft und wurde von Klages, der mehrfach als „Judenfreund“ angegriffen wurde, offenbar auch finanziell unterstützt. Am 9. November 1938 versammelten sich Poller Bürger vor dem Haus Burgstraße 27 und zertrümmerten mit Steinen die Fensterscheiben der Wohnung und verwüsteten sie. Der Händler Karl Levy, der sich damals in Polle aufhielt, wurde verhaftet und in das hannoversche Polizeigefängnis gebracht. Max Nachmann verstarb 1940 im israelitischen Krankenhaus in Hannover und wurde auf dem jüdischen Friedhof Hannover-Bothfeld beerdigt, ohne einen Stein zu erhalten. Sohn Robert, der zuletzt in Oerlinghausen bei Bielefeld gelebt hatte, gelang mit seinem Sohn die Flucht über Shanghai in die USA. Die  Witwe Minna Nachmann und ihr aus Dassel nach Polle gezogener Bruder Julius Rothenberg würden am 24. Juli 1942 über die Sammelstelle in Hannover-Ahlem nach Theresienstadt deportiert, wo beide noch im selben Jahr ums Leben kamen. Möbel, Bilder und Hausrat wurden später auf der Marktstraße öffentlich verkauft. Weitere ehemalige Bürger Polles wurden aus anderen Orten des Reiches deportiert und ermordet. Der jüdische Friedhof in Polle ('Der Weserberg', 350 qm Fläche) wurde während des November-Pogroms 1938 von der örtlichen SA zerstört und die Grabsteine abtransportiert. Auf dem eingezäunten Gelände befindet sich ein Gedenkstein, den der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen gesetzt hat. Das Grundstück befindet sich im Besitz der Gemeinde, die seit 1988 auch die Pflege übernommen hat.

 

Die Namen der Opfer

 

Julius Nachmann  wurde am 2. Juni 1877 in Polle geboren.  Seit 1913 wohnte er in Holzminden. Mit Ehefrau Helene und Tochter Lore wurde er im  Alter von 64 Jahren am 22. November 1941 von Frankfurt in das Ghetto Riga deportiert. Julius Nachmann ist in Riga verschollen und wurde auf das Datum 31. Dezember 1945 für tot
erklärt.

 

Minna Nachmann wurde als  Minna Rothenberg  am 12. Oktober in Dassel geboren. Ihr Ehemann Max starb am 21. April 1940 im israelitischen Krankenhaus in Hannover. Aus polle wurde sie zusammen mit ihrem Bruder Julius  Rothenberg nach Hannover-Ahlem verschleppt und von  dort am 24. Juli 1942 in das Alterdghetto Theresienstadt  deportiert. Wenige Tage nach  der Deportation starb sie am 3. August 1942 in  Theresienstadt.Sie war zum Zeitpunkt ihres Todes 79 Jahre alt.

 

Emil Rosenstern wurde am 7. April 1867 in polle geboren. Er lebte in Elze seit dem 30. Juni 1938 in Hannover. Seit dem Jahre 1941 musste er im 2Judenhaus  Ohestraße 9 und schließlich ab 13. Februar 1942 in Hannover-Ahlem wohnen. Am 24. Juli 1942 wurde Emil Rosenstern aus Hannover-Ahlem in das Altersghetto Theresienstadt  deportiert. Am 29. September1942  wurde er im Alter  von 75 Jahre aus Theresienstadt in das  Vernichtungslager Treblinka verschleppt und ist dort verschollen.

 

Julius Rothenberg wurde am 16. Juli 1868 in Dassel geboren. Er wohnte zuletzt bei seiner Schwester Minna Nachmann in Polle. Aus Polle wurde er zusammen mit seiner Schwester Minna Nachmann nach  Hannover-Ahlem  deportiert und von dort am 24. Juli 1942 in das Altersghetto Theresienstadt verschleppt. Dort wohnte er im  Haus L 421. Julius  Rothenberg starb am 25. Dezember 1942 im Alter von 74 Jahren in  Theresienstadt.

 

Marta Schloss wurde als Marta Hodenberg am 16. Dezember 1881 in Polle geboren. Sie wohnte zuletzt in Frankfurt, Rankestraße 23. Aus Frankfurt wurde Sie im  Jahre 1941  in das Ghetto Minsk deportiert und ist dort  verschollen.

 

Politische und religiöse Zugehörigkeit der Gemeinde

 

Fürstentum Calenberg bis 1692,  Kurfürstentum Hannover 1692 – 1810,  Königreich Westfalen 1810 – 1813,  Königreich Hannover 1815 – 1866,  preußische Provinz Hannover 1866 – 1945;  Landdrostei Hannover 1823 – 1885,   Regierungsbezirk Hannover 1885 – 1945;  Amt Polle bis 1885,  Kreis Hameln-Pyrmont 1922 – 1945;  heute: Regierungsbezirk Hannover,  Landkreis Holzminden.

Synagogengemeinde im Landrabbinat Hannover.

 

Gesamteinwohnerzahl / darunter Juden


1848:  1 219 / 29,   1864:  1 190 / 21,  1885:  1 151 / 18,   1905: 1 037 / 9,
1925:  1 063 / 2

 

Weitere Quellen und Literatur

 

Der Landkreis Hameln-Pyrmont. Kreisbeschreibung und Raumordnungsplan nebst Statistischen Anhang, Bremen-Horn 1952  (Die Deutschen Landkreise, reihe D, Bd. 7)

Prigge, Hans: Chronik des Fleckens Polle, Polle o. J.
AZJ 27.2.1866, 14.2.1889
Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv Hannover
Staatsarchiv Wolfenbüttel
Kreisarchiv Hameln-Pyrmont
Zeitzeugen

Copyright Hameln 2003-2007 Bernhard Gelderblom

 

Der jüdische Friedhof in Polle
- Zusammen mit Bodenwerder Synagogengemeinde im Landrabbinat Hannover

 

Lage und Größe:
in extremer Lage auf dem Birkenberg hoch über dem Ort Knapp unterhalb der ehemaligen Jugendherberge; 350 qm

 

Bestand an Steinen:
keine; früherer Bestand ca. 40 – 50 Steine; Mitte der 60 Jahre vom LV gesetzter Gedenkstein

 

Daten zur Geschichte:
1868 zum ersten Male bezeugt, als es um die Einfriedung des Grundstückes geht; wenige Tage nach dem 9.11.1938 vollständig zerstört und abgeräumt;
bis heute im Besitz der politischen Gemeinde Polle

 

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Der jüdische Friedhof in Polle

 

An das jüdische Leben in Polle erinnert heute neben den Häusern, die einstmals in jüdischem Besitz waren, der kleine jüdische Friedhof. Er liegt in extremer Lage auf dem Birkenberg hoch über dem Ort unterhalb der ehemaligen Jugendherberge. Die Einfriedung des Grundstücks bestand früher aus aufrecht stehenden großen Sandsteinplatten. Zahlreiche Grabsteine (ca. 40 – 50) sollen laut Aussagen von Zeitzeugen auf dem Grundstück gestanden haben. Das Gelände ist heute von einem Jägerzaun umfasst und von Birken sowie einer Eiche bestanden. Es ist ohne Grabsteine, und auch Reste von Grabfeldern sind nicht erkennbar. Das Grundstück weist einen Gedenkstein auf, wie ihn der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Hannover in den sechziger Jahren auch auf anderen „abgeräumten“ Friedhöfen der Umgebung gesetzt hat. Neben einer hebräischsprachigen Inschrift finden sich zwei deutschsprachige Inschriften.

 

„In einem kurzen Augenblick
verließ ich dich

in mächtigen Erbarmen
sammle ich dich.

Jes. 54, 7
Zum Gedenken
an die Menschen, die hier
ihre Ruhe fanden.
Den Lebenden
als Mahnung
zur Wachsamkeit.“

Copyright Hameln 2003 – 2007 Bernhard Gelderblom

 

Verkauf des Hauses des Juden Nachmann


Polle den 5. März 1939

Herrn Landrat in Hameln

Bericht zum dortigen Schreiben vom 25.2.39 betreffend Hausverkauf des Juden Max Israel Nachmann zu Polle. Der Jude Nachmann hat am 1. Dezember 1938 sein Hausgrundstück in Polle zum Einheitswert von 9600Rm an seinen früheren Kompagnon , den Kaufmann W. Klages verkauft. Der Verkauf hat Aufsehen in Polle hervorgerufen, daß so ein Gebäude zu solch einem Schleuderpreise verkauft wird, wodurch doch der Staat um seine Steuern betrogen wird.

Der Jude Nachmann hat im Jahre 1902 das Haus von seinem Bruder zum Preise von 12000 RM gekauft. Den heutigen Verkaufs oder Verkehrswert, kann man 15000 – 15000 Rm annehmen, vielleicht wäre die Abschätzung durch einen Sachverständigen zweckmäßig, für die Beschaffung von Diensträumen für den Bürgermeister u. Gemeindekasse wäre das Hausgrundstück, da dasselbe an der Hauptverkehrsstraße liegt, besonders geeignet. Leider darf die Gemeinde aber kein Darlehen aufnehmen, für später wird sich solch eine Gelegenheit nicht wieder bieten:

 

Niemeyer, Polle d. 13. März 1939 Herrn Landrat in Hameln

 

Bericht zum  dortigen Schreiben vom 25.02.1939 betreffend Hausverkauf des Juden Max Israel Nachmann zu Polle. Der Jude Nachmann hat am 1. Dezember 1938 sein Hausgrundstück in Polle No 27 an den Kaufmann Wilhelm Klages in Polle zum Einheitswert von 9600 Rm verkauft. Der Kauf hat hier in Polle allgemeine Aufregung hervorgerufen, darüber daß der Klages durch den jüdischen Grundbesitz sich wieder bereichert, der Jude Nachmann hat im Jahre 1900 das Haus von seinem Bruder zum Preise von 12000 Rm käuflich erworben. Kurz vor dem Verkaufe hat er verschiedentlich gesagt, daß ihm 16000 Rm dafür geboten. Klages war bis 1.7.1934 Kompagnon des Juden und hat es verstanden auf Grund seiner jüdischen Geschäftserfahrungen, den Vertrag abzuschließen. Es liegt doch die Vermutung nah, daß nach einer Sonderabmachung zwischen den beiden getroffen ist. Zu dem Schluss des Schreibens an den Bürgermeister in Bodenwerder, ob die Stadt kein Interesse an dem Kauf des Grundstücks hat, muss ich bemerken, daß die Gemeinde Polle wohl Interesse an dem Grundstück hat, da sie gezwungen ist in allernächster Zeit Räume für den Bürgermeister Rechnungsführer u Aktenräume zu beschaffen, leider darf die Gemeinde aber kein Darlehen zu solch einem Kaufe aufnehmen, Im Interesse der Gemeinde ist der Kostengünstigste bereit das Haus zum Verkehrswert künftig zu erwerben und der Gemeinde die erforderlichen Räume zu vermieten.

 
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