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Ehemalige Samtgemeinde Polle
Geteilt und im unteren Drittel mit einem silbernen gewellten Band durchzogen
1. auf rotem Grund fünf zusammengebundene goldene Ähren
2. auf blauem Grund einen nach heraldisch rechts schreitenden silbernen Löwen mit goldener Krone, goldbewehrt und rotbezungt
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Wappen Samtgemeinde



Die Samtgemeinde Polle wurde durch das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Holzminden zum 01. Januar 1973 gebildet. Sie entstand aus ehemals selbstständigen Gemeinden der Landkreise Hameln und Holzminden und besteht aus fünf Mitgliedsgemeinden mit 9 Ortsteilen: Brevörde (Brevörde und Grave), Heinsen, Ottenstein (Ottenstein, Glesse und Lichtenhagen), Polle und Vahlbruch (Vahlbruch und Meiborssen). Mit 101 Quadratkilometern ist sie flächenmäßig die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis, mit 4.757 Einwohnern jedoch die kleinste Verwaltungseinheit.
Die der Samtgemeinde durch das Regionale Raumordnungsprogramm zugewiesenen Entwicklungsaufgaben Wohnen und Erholung, Versorgung, Land- und Forstwirtschaft und gewerbliche Eigenentwicklung werden in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsgemeinden umgesetzt. Ausreichende Bauplätze stehen zur Verfügung.
Die Samtgemeinde ist sehr stark land- und forstwirtschaftlich geprägt, doch nimmt die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe durch zunehmende Konzentration auf Großbetriebe immer mehr ab.
Sehr positiv ist die Entwicklung der heimischen Handwerks- und Gewerbebetriebe, die durch die stetige Verbesserung der gemeindlichen Infrastruktur zielstrebig beeinflusst wurde. Insbesondere wurde die Abwasserbeseitigung kontinuierlich verbessert. Zurzeit sind 98,8% der Einwohnerinnen und Einwohner an die zentrale Abwasserbeseitigung angeschlossen.
Leider reichen die vorhandenen Arbeitsplätze für die Samtgemeindebevölkerung nicht aus, so dass ein großer Teil täglich in die angrenzenden größeren Städte Holzminden, Hameln und Bad Pyrmont pendelt.
Ansonsten können sämtliche Bedürfnisse des täglichen Lebens in der Samtgemeinde abgedeckt werden. Kindergarten oder Kinderspielkreis sind in jeder Mitgliedsgemeinde vorhanden. Im Grundzentrum Flecken Polle, wo sich auch die Samtgemeindeverwaltung befindet, sind Arztpraxen, Apotheke, Grundschule, Bank und Sparkasse sowie Geschäfte für den täglichen Bedarf angesiedelt. Ähnlich gut strukturiert ist auch der Flecken Ottenstein, der ebenso wie Heinsen noch über eine kleine Grundschule verfügt. Weiterführende Schulen werden hauptsächlich in Holzminden, das über den Öffentlichen Nahverkehr gut zu erreichen ist, aber auch in Bad Pymont oder Hameln besucht.
Der Erholungssuchende findet hier eine sehr abwechslungsreiche, reizvolle Landschaft mit der Weseraue und den unterschiedlich bewaldeten Hängen der Wesserberge. Während Heinsen, Polle, Brevörde und Grave direkt im Wesertal auf einer Höhe von etwa 81 Metern liegen, befinden sich Ottenstein, Lichtenhagen, Glesse, Vahlbruch und Meiborssen auf der Ottensteiner Hochebene in Höhenlagen zwischen 220 und 340 Metern. Wahrzeichen und höchster Berg ist der weithin sichtbare Kegel des 496 Meter hohen Köterbergs. Er wurde bereits 1843 in einem Bericht des Hannoverschen Magazins als "der Brocken des Königreichs Hannover" bezeichnet.
Die Landschaft lädt zum Wandern zu Fuß, per Rad oder mit dem Boot ein. Kanuanleger sind in unseren Weserorten vorhanden und laden zu Unterbrechungen ein. Wer sich auf den schönen Personenschiffen der "Flotten Weser" verwöhnen lassen will, kann an der Anlegestelle in Polle an Bord gehen.
Für die gute Unterbringung und Verpflegung sorgen die heimischen Fremdenverkehrsbetriebe. Hier kann sich der Gast in netter Atmosphäre verwöhnen lassen. Polle und Lichtenhagen sind als staatlich anerkannte Erholungsorte besonders zu erwähnen.
Heinsen, Polle und Grave liegen am vielbefahrenen Weserradweg. Die Weserfähre Polle am Fuße der Burg erfüllt nicht nur verkehrliche Verbindungsfunktion zwischen zwei Straßen, sondern ist als Gierseilfähre auch eine touristische Attraktion. Zwei kleine Radfähren in Heinsen und Grave vervollständigen die Attraktivität des Weserradweges mit zusätzlichen Querungsmöglichkeiten der Weser.
Hervorzuheben sind auch die 18-Loch-Golfplatzanlage in Polle-Weißenfeld, das solarbeheizte Freibad in Polle sowie das Kleinbad in Lichtenhagen. Tennisplätze gibt es in Ottenstein und Polle. Eine aktive, engagierte Laienspielgruppe sorgt auf der historischen Burgruine Polle mit ihren regelmäßigen Auftritten für eine Bereicherung des kulturellen Angebots. Das rege Vereinsleben - 51,5% der Einwohner sind Mitglied eines Vereins - steigert den Freizeitwert. Schützen-, Feuerwehr- und Sportfeste, der jährlich im September stattfindende Kürbismarkt in Polle sowie der traditionelle Herbstmarkt in Ottenstein, unserem Bundesgoldorf 2002, erfreuen sich großer Beliebtheit und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Ein besonderes Baudenkmal und eine Attraktion für Besucher ist die Anfang 1980 sanierte Burgruine Polle. Als Sitz der Eversteiner wurde die Burg 1285 erstmals urkundlich erwähnt. Vom Bergfried hat man eine wunderschöne Aussicht in das reizvolle Weserbergland. In Ottenstein ist die schlichte romanische Hattenser Kirche erwähnenswert, die heute als Friedhofskapelle genutzt wird. Auf dem Friedhof befindet sich auch das Grab von Antonius Congo, dem Sohn eines afrikanischen Häuptlings, der hier 1844 im Alter von 33 Jahren starb.

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